Pogacar und Roglic demonstrieren Stärke, Bernal weit zurück

Tadej Pogacar gewinnt die 15. Etappe der Tour de France mit der Bergankunft auf dem Grand Colombier im Sprint vor Leader Primoz Roglic. Vorjahressieger Egan Bernal bricht komplett ein.

Drucken
Teilen
Das slowenische Power-Duo: Tour-Leader Primoz Roglic (links) und sein siegreicher Landsmann Tadej Pogacar
6 Bilder
Der erst 21-jährige Slowene Tadej Pogacar jubelte auf dem Grand Colombier schon über seinen zweiten Tageserfolg bei der 107. Tour de France
Vor der letzten Tour-Woche liegt Primoz Roglic (links) im Gesamtklassement nur um 40 Sekunden vor seinem slowenischen Landsmann Tadej Pogacar
Primoz Roglic verteidigte das Maillot jaune ein weiteres Mal erfolgreich
Vor dem Start zur 15. Etappe in Lyon war bei Egan Bernal noch alles in Ordnung, 174,5 km später gehörte der kolumbianische Vorjahressieger zu den grossen Verlierern
Schweizer Meister Sébastien Reichenbach hielt im Schlussaufstieg zum Grand Colombier lange Zeit mit den Besten mit und klassierte sich letztlich im 16. Rang

Das slowenische Power-Duo: Tour-Leader Primoz Roglic (links) und sein siegreicher Landsmann Tadej Pogacar

KEYSTONE/EPA/Christophe Petit-Tesson / Pool
(sda)

Pogacar setzte sich auf den letzten paar Metern der 174,5 km von Lyon zum Grand Colombier vor dem zeitgleichen Roglic und dem Australier Richie Porte (0:05 zurück) durch. Für Pogacar, den 21-jährigen Tour-Debütanten und letztjährigen Vuelta-Dritten, war es in der 107. Frankreich-Rundfahrt der zweite Tageserfolg nach demjenigen in der 9. Etappe nach Laruns, wo er ebenfalls vor seinem neun Jahre älteren Landsmann Roglic und dem drittklassierten Berner Marc Hirschi triumphiert hatte.

In der Gesamtwertung führt der letztjährige Vuelta-Sieger Roglic weiterhin vor Pogacar, der dank der im Ziel gewonnenen Bonifikationssekunden nur noch 40 Sekunden Rückstand aufweist. Der Kolumbianer Rigoberto Uran (1:34 zurück) rückte eine Position vor und ist neu Dritter.

Bernal kassiert sieben Minuten

Egan Bernal war der grosse Verlierer des Tages. Der vormalige Gesamt-Dritte mit nur 59 Sekunden Rückstand auf Roglic brach im 17,4 km langen Schlussaufstieg früh ein und litt hinauf zum Ziel auf 1501 m Höhe sichtlich. Auf dem Grand Colombier, wo wegen der Corona-Pandemie keine Zuschauer erlaubt waren, betrug sein Rückstand mehr als sieben Minuten - damit fiel der 23-Jährige aus den Top 10 des Gesamtklassements.

Kaum vorstellbar, dass der Kolumbianer und das schwer geschlagene Team Ineos in den verbleibenden sechs Etappen nochmals in den Kampf um den Tour-Sieg eingreifen kann. Die britische Formation Ineos (vormals Sky) hatte seit 2012 mit einer Ausnahme immer den Gesamtsieger der Grande Boucle gestellt.

Auch Nairo Quintana geschlagen

Wie Bernal büsste mit Nairo Quintana ein weiterer Mitfavorit viel Zeit ein. Der Kolumbianer, Giro- und Vuelta-Sieger sowie dreimal auf dem Tour-Podest, verlor fast vier Minuten auf das slowenische Power-Duo. Ein paar Sekunden vor Quintana fuhr mit Sébastien Reichenbach als 16. der erste Schweizer über die Ziellinie.

Nach dem zweiten Ruhetag geht es am Dienstag mit der ersten von zwei Alpen-Etappen weiter. Auf den 164 km von La Tour-du-Pin nach Villard-de-Lans Côte 2000 sind fünf Bergpreiswertungen zu absolvieren.