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Pole-Position für Leclerc nach absurdem Qualifying-Ende

Charles Leclerc im Ferrari startet aus der Pole-Position zum Grand Prix von Italien. Das Ende des Qualifyings verkommt zur Farce.
Charles Leclerc sicherte sich für das Heimrennen von Ferrari die Pole-Position (Bild: KEYSTONE/EPA ANSA/DANIEL DAL ZENNARO)

Charles Leclerc sicherte sich für das Heimrennen von Ferrari die Pole-Position (Bild: KEYSTONE/EPA ANSA/DANIEL DAL ZENNARO)

(sda)

Die Minuten und Sekunden verrannen. Doch in den Boxen der Teams mit den Finalisten tat sich in der letzten Phase des Qualifyings nichts. Lange, zu lange tat sich nichts. Keiner wollte Zugpferd spielen und den nachfolgenden Konkurrenten Windschatten bieten, der auf den langen Geraden des Hochgeschwindigkeitskurses in Monza Vorteile von bis zu zwei Zehnteln bringen kann. Das Zuwarten sollte Folgen haben. Als sich die Fahrer endlich zur entscheidenden Runde aufmachten, war es zu spät. Die zur Verfügung stehende Zeit war abgelaufen, als der Pulk den letzten Versuch in Angriff nehmen wollte.

Den Tifosi, den Zehntausenden Anhängern von Ferrari an der Strecke, konnte das skurrile Ende egal sein. Mit Leclerc hatte einer ihrer Lieblinge zu jenem Zeitpunkt in Führung gelegen - und blieb nach diesem in der Formel 1 einzigartigen Schlusspunkt logischerweise ganz vorne in der Rangliste.

Leclerc sicherte sich seine vierte Pole-Position mit hauchdünnem Vorsprung. Hamilton lag 39 Tausendstel, dessen drittplatzierter Teamkollege Valtteri Bottas 47 Tausendstel zurück. Sebastian Vettel im anderen Ferrari büsste als Viertplatzierter 15 Hundertstel ein. Der Deutsche, von seinem jungen Stallgefährten zuletzt immer mehr unter Druck gesetzt, musste eine weitere bittere Pille zu schlucken. Der Versuch, vor Heimpublikum seines Arbeitgebers die internen Verhältnisse wieder nach seinem Gusto zurechtzurücken, schlug fehl.

Kimi Räikkönen verfolgte das spezielle Schlussbouquet aus der Ferne. Der Finne hatte sich im Alfa Romeo wohl für den dritten Teil qualifiziert, hatte da aber einen kurzen Auftritt. Wie schon im ersten Training am Freitagmittag landete er nach einem Dreher in einem Reifenstapel. Das Missgeschick machte einen Getriebewechsel nötig, der die Rückversetzung von fünf Plätzen in der Startaufstellung nach sich zieht. Räikkönen wird damit von Platz 15 losfahren. Antonio Giovinazzi verpasste die Teilnahme am Finale mit den besten zehn um zwei Tausendstelsekunden. Der elftplatzierte Italiener zog um diese Winzigkeit ausgerechnet gegen seinen Teamkameraden den Kürzeren.

Monza. Grand Prix von Italien. Startaufstellung: 1 Charles Leclerc (MON), Ferrari, 1:19,307 (262,962 km/h). 2 Lewis Hamilton (GBR), Mercedes, 0,039 zurück. 3 Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, 0,047. 4 Sebastian Vettel (GER), Ferrari, 0,150. 5 Daniel Ricciardo (AUS), Renault, 0,532. 6 Nico Hülkenberg (GER), Renault, 0,742. 7 Carlos Sainz (ESP), McLaren-Renault, 1,148. 8 Alexander Albon (THA), Red Bull-Honda (ohne Zeit). 9 Lance Stroll (CAN), Racing Point-Mercedes (ohne Zeit). - Nach dem zweiten Teil des Qualifyings ausgeschieden: 10 Antonio Giovinazzi (ITA), Alfa Romeo-Ferrari. 11 Kevin Magnussen (DEN), Haas-Ferrari. 12 Daniil Kwjat (RUS), Toro Rosso-Honda. - Nach dem ersten Teil des Qualifyings ausgeschieden: 13 Romain Grosjean (FRA/SUI), Haas-Ferrari. 14 Sergio Perez (MEX), Racing Point-Mercedes. 15* Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo-Ferrari (ohne Zeit). 16 George Russell (GBR), Williams-Mercedes. 17 Robert Kubica (POL), Williams-Mercedes. 18** Lando Norris (GBR), McLaren-Renault. 19** Pierre Gasly (FRA), Toro Rosso-Honda. 20** Max Verstappen (NED), Red Bull-Honda. - * Rückversetzung um 5 Plätze (Getriebewechsel). - ** Rückversetzung ans Ende der Startaufstellung (Wechsel Antriebsstrang). - Tagesbestzeit: Leclerc im dritten Teil. - 20 Fahrer im Qualifying.

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