Prüfkommission empfiehlt harte Sanktionen gegen Russland

Russland soll gemäss einem Bericht der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA für vier Jahre von sportlichen Grossereignissen ausgeschlossen werden.

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Olympische Athleten aus Russland bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang (Bild: KEYSTONE/EPA/FILIP SINGER)

Olympische Athleten aus Russland bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang (Bild: KEYSTONE/EPA/FILIP SINGER)

(sda/dpa)

Trotz der Manipulation von Dopingdaten aus dem Moskauer Analyselabor müssen russische Athleten keinen kompletten Olympia-Bann befürchten. Dennoch empfahl die unabhängige Prüfkommission (CRC) am Montag dem Exekutivkomitee der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA harte Sanktionen gegen Russland.

So soll die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA erneut gesperrt und Russlands Athleten bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio das Startrecht unter der Nationalflagge verwehrt werden. Die Exekutive entscheidet auf ihrer Sitzung am 9. Dezember in Paris über Sanktionen gegen Russland.

Die Kommission schlug zudem einen Vier-Jahres-Bann Russlands als Gastgeber grosser internationaler Sportveranstaltungen vor. Ausserdem dürfe die russische Flagge bei internationalen Events in den kommenden vier Jahren nicht gehisst werden. Russland ist mit St. Petersburg einer der Spielorte der multinationalen Fussball-EM 2020. Bis zum Jahr 2032 soll sich das russische NOK nicht um Olympische oder Paralympische Spiele bewerben dürfen.

Falls die WADA den Empfehlungen der Prüfkomission folgt und die entsprechenden Sanktionen verhängt, habe die RUSADA 21 Tage Zeit, die Mitteilung zu akzeptieren. Ansonsten werde der Fall dem Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne übergeben, teilte die CRC in ihrer Erklärung mit.

Die RUSADA war als Folge des Skandals um Staatsdoping von der WADA gesperrt worden. Im September 2018 wurde der Bann unter anderem mit der Auflage aufgehoben, die Moskauer Doping-Daten aus den Jahren 2012 bis 2015 sowie gelagerte Proben an die WADA zu übergeben. Anfang des Jahres war dies geschehen. Inzwischen ist erwiesen, dass die Daten mannigfaltig manipuliert oder beseitigt wurden.