Roger Federer unterliegt Djokovic nach über drei Stunden

Roger Federer kann seinen 100. Turniersieg nicht diese Woche feiern. Der Basler verliert am Masters-1000-Turnier in Paris-Bercy den Halbfinal gegen Novak Djokovic mit 6:7 (6:8), 7:5, 6:7 (3:7).

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Roger Federer lieferte sich mit Novak Djokovic ein denkwürdiges Duell, ging aber leer aus (Bild: KEYSTONE/AP/MICHEL EULER)

Roger Federer lieferte sich mit Novak Djokovic ein denkwürdiges Duell, ging aber leer aus (Bild: KEYSTONE/AP/MICHEL EULER)

(sda)

Federer wehrte sich grossartig. Novak Djokovic schien von Anfang an der stärkere Spieler zu sein. Aber der Serbe, der am Montag von Rafael Nadal wieder die Nummer 1 der Welt übernimmt, schaffte während der über dreistündigen Spielzeit kein einziges Break. Zwölf Breakbälle wehrte Federer ab; im Entscheidungssatz bei 0:0 und 4:4 jeweils zwei hintereinander.

Weil Federer derart gut aufschlug, boten sich ihm gar Möglichkeiten, die Partie zu gewinnen. Im Tiebreak des ersten Satzes besass er beim Stand von 6:5 einen Satzball. Wegen dreier Fehler hintereinander ging das erste Tiebreak aber doch an Novak Djokovic. Im dritten Satz gewann Federer in den ersten vier Aufschlagspielen des Serben den ersten Punkt; einmal führte er 30:15. Zu einer Breakmöglichkeit kam Federer im Finish aber nicht mehr.

(Bild: Thibault Camus/AP Photo/Keystone (Paris, 3. November 2018))
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(Bild: Michel Euler/AP Photo/Keystone (Paris, 3. November 2018))
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(Bild: Christophe Petit Tesson/EPA/Keystone (Paris, 3. November 2018))
(Bild: Michel Euler/AP Photo/Keystone (Paris, 3. November 2018))
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(Bild: Christophe Petit Tesson/EPA/Keystone (Paris, 3. November 2018))
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Im entscheidenden Tiebreak konnte Federer das hohe Niveau nicht mehr halten. Die zwei «Mini-Breaks» vom 1:2 zum 1:4 ermöglichte der 37-Jährige dem Gegner mit einem Fehler und einem Doppelfehler. 6:1 zog Djokovic davon; nach 183 Minuten nützte er den dritten Matchball.

Fokus auf London gerichtet

Roger Federer verliess den Palais Omnisports von Bercy aber mit erhobenen Hauptes. Er wertete seinen ersten Auftritt an der Seine seit 2015 als Erfolg - trotz der Halbfinalniederlage. In seinen letzten beiden Spielen in Paris brachte er gegen die starken Return-Spieler Kei Nishikori und Novak Djokovic in fünf Sätzen alle Aufschlagspiele durch. Er sei nicht nach Paris gekommen, um das Turnier zu gewinnen, so Federer. «Mein Ziel ist es, übernächste Woche in London zu triumphieren. Ich ahnte, dass ich in Paris für Djokovic noch nicht ganz bereit sein würde. Dass es derart knapp wurde, ist mit Blick nach London umso besser.»

Zumal das Masters-Turnier in Paris-Bercy in der Vergangenheit nicht zu Federers Lieblingsturnieren zählte. An keinem anderen bedeutenden Turnier tat sich Federer so schwer wie in Paris. Nur einmal gewann er diesen Event (2011). Gegen Djokovic verlor er zum dritten Mal einen Halbfinal. Neun Mal verlor Federer in Paris-Bercy sogar schon vor den Halbfinals; fünfmal gar vor den Viertelfinals.

Die Niederlage gegen Djokovic beraubt Federer vor den ATP World Tour Finals aller Chancen, das Tennisjahr doch noch als Nummer 1 zu beenden. Djokovic steigt mit 565 oder 965 Punkten Vorsprung auf Rafael Nadal ins Finalturnier in der Londoner O2-Arena. Roger Federer liegt als aktuelle Nummer 3 2025 oder 2425 Punkte hinter Djokovic zurück. Djokovic kann am Sonntag mit einem Finalerfolg über den jungen Russen Karen Chatschanow (ATP 18) noch 400 Zähler dazugewinnen. Chatschanow deklassierte im ersten Halbfinal den Österreicher Dominic Thiem mit 6:4, 6:1.