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Russischer «Bad Boy» zieht Wawrinka die Zähne

Stan Wawrinka scheitert am US Open nach einer enttäuschenden Leistung in vier Sätzen am Russen Daniil Medwedew.
Vergeblich gestreckt: Für Stan Wawrinka ist das US Open im Viertelfinal zu Ende gegangen (Bild: KEYSTONE/EPA/JOHN G. MABANGLO)

Vergeblich gestreckt: Für Stan Wawrinka ist das US Open im Viertelfinal zu Ende gegangen (Bild: KEYSTONE/EPA/JOHN G. MABANGLO)

(sda)

Es wird nichts aus einem möglichen Halbfinal-Duell am US Open zwischen Roger Federer und Stan Wawrinka. Der 34-jährige, als Nummer 23 gesetzte Waadtländer verlor seinen Viertelfinal gegen die Weltnummer 5 Daniil Medwedew 6:7 (6:8), 3:6, 6:3, 1:6.

Wawrinka konnte in keiner Phase an seine starke Leistung beim Sieg gegen den Titelverteidiger und Weltranglistenersten Novak Djokovic anknüpfen. Er fand kein Mittel gegen das unorthodoxe Spiel des elf Jahre jüngeren Russen. Nach einem völlig verpatzten Start kehrte der US-Open-Champion von 2016 im ersten Satz mit einem Break zum 5:5 zwar noch einmal zurück, verlor aber das Tiebreak nach einem Satzball bei eigenem Aufschlag, den er mit einem Vorhand-Fehler etwas leichtfertig vergab, 6:8. Im zweiten Durchgang reichte Medwedew ein Break zum 3:1.

Der 1,98 m grosse Russe zeigte sich in seinem ersten Grand-Slam-Viertelfinal erstaunlicherweise abgezockter als der Veteran aus St-Barthélemy. Er liess sich zwar schon früh am zunächst dick einbandagierten linken Oberschenkel behandeln, zeigte sich ansonsten läuferisch stark. Vor allem aber fand Wawrinka nie die richtige Mischung zwischen Offensive und Abwarten. Entsprechend unterliefen ihm viel zu viele Fehler.

Auch die kräftige Unterstützung des New Yorker Publikums, bei dem sich der Russe in seinen letzten Einsätzen unbeliebt gemacht und als richtiger «Bad Boy» aufgeführt hatte, half Wawrinka nichts. Selbst nach dem Gewinn des dritten Satzes geriet der Schweizer gleich wieder 0:3 in Rückstand. So konnte er Medwedew auch nie richtig zum Nachdenken bringen. Bei einem Rückstand hätte der Russe eine mögliche Verletzung wohl viel stärker gespürt. Nach 2:34 Stunden nützte Medwedew seinen ersten Matchball typischerweise mit einer Stoppball-Lob-Kombination, die den ganzen Nachmittag hervorragend funktioniert hatte.

So aber konnte er zeigen, warum er in diesem Sommer von Sieg zu Sieg eilt, in Washington und Montreal im Final stand und in Cincinnati erstmals ein Masters-1000-Turnier gewann. Nun steht er auch erstmals auf Grand-Slam-Stufe im Halbfinal, wo er auf Roger Federer oder Grigor Dimitrov (spielten nach Redaktionsschluss) trifft.

Keine Ausreden bei Wawrinka

Gegen Federer hat er in drei Partien, alle wie in New York auf Hartplatz, erst einmal einen Satz gewonnen. Er hat in den letzten Monaten aber einen grossen Sprung nach vorne gemacht kann aktuell jedem gefährlich werden - wie Stan Wawrinka schmerzlich feststellen musste. Im Platz-Interview bestätigte Medwedew, dass er sich im ersten Game eine Verletzung am Quadrizeps im Oberschenkel zugezogen hatte. «Das war sicher auch für Stan nicht einfach», meinte der Russe entschuldigend. Mit der Zeit hätten aber die Schmerzmittel funktioniert.

Die Verletzung von Medwedew habe ihn nicht negativ beeinflusst versicherte Wawrinka, der in den letzten Tagen krank war. Auch das wollte er jedoch nicht als Ausrede brauchen. «Ich war heute einfach nicht so gut, weder läuferisch noch spielerisch», stellte er nüchtern fest. «Es hat ein bisschen an allem gefehlt.» Und hätte er den Satzball im ersten Satz genutzt, wäre vielleicht alles anders gelaufen. «Er ist aber auch einfach ein sehr guter Spieler, der es einem schwer macht. Ich habe den richtigen Rhythmus nicht gefunden.»

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