SC Bern findet auch europäisch den Tritt noch nicht

Der SC Bern träumt vom Gewinn der Champions League im Eishockey. Im Achtelfinal-Hinspiel daheim gegen die Schweden aus Lulea verspielt der Meister mit 0:3 aber schon (fast) alle Chancen.

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Der Anfang vom Ende: Bern (in rot) kassiert gegen Lulea das erste Gegentor und verliert am Ende 0:3 (Bild: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)

Der Anfang vom Ende: Bern (in rot) kassiert gegen Lulea das erste Gegentor und verliert am Ende 0:3 (Bild: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)

(sda)

Mehr als eine Woche lang bemühte sich Bern zuletzt während der Nationalmannschaftspause, endlich den Tritt in diese Saison zu finden. Der erste Auftritt nach dem Meisterschaftsunterbruch lässt für die Berner aber wenig Gutes erahnen. Die Abwehr der Mutzen erwies sich auch gegen Lulea nach gutem Beginn wieder als anfällig. Im zweiten Abschnitt gingen die Schweden auf nicht zwingende Art und Weise innerhalb von vier Minuten 3:0 in Führung.

Berns Goalie Niklas Schlegel liess bei den Gegentreffern einen Weitschuss passieren und brachte bei Abprallern den Puck nicht weg. Nach dem 0:3 musste Schlegel den Platz für Pascal Caminada räumen. Es wäre aus Berner Sicht aber billig, die Schuld dem Goalie in die Schuhe zu schieben. Bern enttäuschte, bewegte sich zu wenig, spielte ohne Emotionen und letztlich auch ohne Plan.

Schon vor einem Jahr war der ambitionierte SC Bern in den Achtelfinals sang- und klanglos mit dem Gesamtskore von 1:5 ausgeschieden, damals gegen Malmö. Offensiv gelang den Bernern auch gegen Lulea wieder gar nichts. Das Team von Kari Jalonen muss sich steigern, um am Freitag (in Langnau) und am Samstag (in Bern gegen die ZSC Lions) nicht in der National League weiter abzurutschen.

Vor einem Jahr schied nicht nur Bern in den Achtelfinals aus, sondern gleich alle vier Vertreter der National League - und das zum Teil mit besseren Ausgangslagen als diesmal. Immerhin muss diesmal nur Bern im Rückspiel einer Niederlage hinterher laufen. Die übrigen drei Teams, die nächste Woche alle im eigenen Stadion antreten dürfen, erspielten sich vielversprechende Ausgangslagen.

Der EHC Biel befand sich in Augsburg beim Zwölften der DEL-Meisterschaft bis zur 48. Minute in Rücklage. Die Seeländer verschliefen sowohl im ersten wie im zweiten Abschnitt den Start und kassierte nach 28, beziehungsweise nach 55 Sekunden jeweils ein Gegentor. Im Finish schafften Stefan Ulmer (48.) und Toni Rajala (54.) für Biel aber noch den 2:2-Ausgleich.

Sogar zu einem Auswärtssieg kam der Lausanne Hockey Club: Die Lausanner gewannen beim tschechischen Co-Leader Pilsen mit 2:1. Erst spät fanden die Waadtländer in Tschechien den Weg zum Sieg. Pilsen führte bis zur 38. Minute mit 1:0, ehe Joel Vermin und Joel Genazzi für die Wende sorgten. Genazzi gelang das Siegtor in der 57. Minute mit einer Einzelaktion in Überzahl.

Der EV Zug trotzte dem finnischen Meisterschafts-Leader Tappara Tampere ein 3:3-Unentschieden ab. Die Zuger erwischten in Tampere einen Blitzstart. Nach nur sechs Minuten führten die Innerschweizer durch Goals von Dario Simion und Santeri Alatalo mit 2:0. Dazwischen hatten die Referees ein weiteres Zuger Goal aberkannt. Im zweiten Abschnitt realisierte Tappara Tampere innerhalb von zwölf Minuten dank drei Powerplay-Treffern den Umschwung. Gregory Hofmann glich für Zug in der 43. Minute aus.

Auf die Punktgewinne auf fremdem Eis dürfen sich Lausanne, Biel und Zug noch nicht viel einbilden. Vor einem Jahr gewann Zug in den Achtelfinals auswärts gegen den späteren Finalisten RB München mit 3:2 und schied wegen einer uninspirierten Leistung in Zug (0:2) doch noch aus. Und auch Lugano und die ZSC Lions verspielten gute Hinspiel-Ergebnisse.

Resultate:

Champions Hockey League. Achtelfinals, Hinspiele: Tappara Tampere - Zug 3:3 (0:2, 3:0, 0:1). Pilsen - Lausanne 1:2 (0:0, 1:1, 0:1). Augsburger Panther - Biel 2:2 (1:0, 1:0, 0:2). Bern - Lulea Hockey 0:3 (0:0, 0:3, 0:0). - Rückspiele nächste Woche.