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Schlechtes Timing bei Gastgeber Russland

Keine Anhaltspunkte für einen WM-Coup sind aktuell im Umfeld der russischen Equipe auszumachen. Das Timing ist suboptimal, der Gastgeber gehört zum hinteren Teil des internationalen Rankings.
Herkulesaufgabe: Stanislaw Tschertschessow (Mitte) soll Russland an der Heim-WM zum Erfolg coachen (Bild: KEYSTONE/EPA EXPA/JAKOB GRUBER)

Herkulesaufgabe: Stanislaw Tschertschessow (Mitte) soll Russland an der Heim-WM zum Erfolg coachen (Bild: KEYSTONE/EPA EXPA/JAKOB GRUBER)

(sda)

Dass die zwölf Stadien höchsten internationalen Ansprüchen entsprechen werden, daran ist nicht zu zweifeln. Die WM-Endrunde ist ein Prestigeobjekt von politischer Bedeutung. Gegen zehn Milliarden Euro lässt sich der Kreml das vierwöchige Fussball-Fest kosten. Die teilweise gegen 2800 Kilometer langen Reiserouten sollten dank intensiven Flugbewegungen und guten Transportsystemen innert nützlicher Frist zu bewältigen sein.

Im Rahmen der Auslosung gaben die selbstbewussten Veranstalter klar zu verstehen: "Wir sind bereit!" Neben dem Rasen ist diese Einschätzung mutmasslich zu teilen, im Kernbereich hingegen sind (zu) viele Baustellen offen. Die Basis fehlt, ein klares Programm oder Konzept war bei den jüngsten Auftritten der Sbornaja schwer erkennbar.

Beim ernüchternden Confederations Cup im vergangenen Sommer hinterliessen die Russen bis zum frühsten Scheitern eines Organisators seit Südkoreas Erstrunden-Out vor 17 Jahren keinen guten Eindruck. Einzig die zweit- bis drittklassigen Neuseeländer bewegten sich in russischer Reichweite. Haften blieben primär die Defizite, das überschaubare Potenzial und die kritischen Kommentare der Beobachter.

Drei Jahre nach dem WM-Zuschlag wähnte sich Russland auf vielversprechendem Weg - die U17-Junioren gewannen EM-Gold, 2015 wurde die U19 im nächsten Final erst von Spanien gestoppt. Doch von den jugendlichen Titelträgern kam nur einer oben an, der ZSKA-Moskau-Professional Alexander Golowin. Die stockende Entwicklung wirft Fragen auf. Ein paar Begleiter der Osteuropäer halten die Erwartungen entsprechend sehr tief. In der Verbandsgeschichte sei kaum eine andere Auswahl schlechter und unerfahrener gewesen als die aktuellen WM-Hoffnungsträger. Andere betrachten die WM als Chance, angemessen auf des EM-Desaster im vorletzten Sommer reagieren zu können. Im Zusammenhang mit Russland blieben nur Krawall-Touristen in Erinnerung.

Bei einem Meeting mit der Weltpresse 100 Tage vor dem Kickoff relativierte Stanislaw Tschertschessow die Ausgangslage, einige andere WM-Teilnehmer stünden deutlich höher im Ranking. Der russische Nationalcoach hätte die Wahrheit auch ungeschminkter präsentieren können: Einzig Gruppengegner Saudi-Arabien (70.) ist in der Weltrangliste hinter dem Turnierveranstalter (66.) klassiert.

Die Haltung der trotz allen negativen Prognosen euphorischen Fans ist Tschertschessow selbstredend klar. Und er weiss, dass Wladimir Putin auf der internationalen Sportbühne keinen Spass versteht. Die Spiele des Heimteams haben durchaus eine übergeordnete Bedeutung. Das verhältnismässig knappe Angebot an Stars vereinfacht seine Mission nicht.

Uruguays Klasse, Salahs Selbstvertrauen

Aus Sicht des Gruppenfavoriten Uruguay ist die Ausgangslage eine komplett andere. Die Südamerikaner haben sich an der erweiterten Weltspitze festgesetzt. Hinter den nach wie vor unangefochtenen Brasilianern sind sie auf ihrem Kontinent inzwischen zur Nummer 2 aufgestiegen. Der Langzeit-Coach Oscar Tabarez hat beim Halbfinalisten von 2010 immer wieder Frischluft zugeführt und die Altersstruktur angepasst.

Mit Luis Suarez und Edinson Cavani haben die Urus ein Sturm-Duo der obersten Kategorie zu bieten. Die beiden Superstars tragen La Celeste in nahezu allen Situationen. Und in der zweiten, eher defensiven Reihe stehen Persönlichkeiten wie Captain Diego Godin, der unerbittliche Abwehrchef von Atlético Madrid.

Spannend dürfte sein, wie sehr der körperlich angeschlagene Champions-League-Finalist Mohamed Salah in der Vorrunde in den Begegnungen mit dem russischen Gastgeber, Uruguay und dem krassen Aussenseiter Saudi-Arabien zum Faktor wird. Der aktuell beste Stürmer der Premier League reist mit grenzenlosem Selbstvertrauen und der Referenz von über 40 Saison-Treffern für den FC Liverpool an.

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