Europa League

Schwaches YB zieht mit viel Glück in die K.o.-Phase ein

Mit grösster Mühe erreichen die Young Boys die K.o.-Phase der Europa League. Sie erringen im Wankdorf gegen den rumänischen Meister Cluj einen 2:1-Sieg. Nach 91 Minuten steht es noch 0:1.

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YB hatte gegen den rumänischen Meister hart zu kämpfen
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Luftballett mit Jordan Lefort (rechts) und Clujs Franzosen Michaël Pereira
Der französische Schiedsrichter Benoît Bastien wurde von wütenden Cluj-Spielern angegangen. Hier von Damjan Djokovic, dem Bastien kurz vor Schluss die Rote Karte zeigte
Die strittige Szene: Cedric Zesiger wird in der Luft von Clujs Goalie Cristian Balgradean angegangen. Der Schiedsrichter entscheidet auf Foulpenalty
Der Schrei der Erleichterung: Jean-Pierre Nsame (rechts) hat per Penalty das 1:1 erzielt
Die Berner Siegsicherung: Gianluca Gaudino schiebt ins leere Tor

YB hatte gegen den rumänischen Meister hart zu kämpfen

KEYSTONE/PETER KLAUNZER
(sda)

Der Ausdruck «Zitterpartie» wird bei knappen Resultaten immer wieder und fast inflationär verwendet. Für den entscheidenden Match in Bern ist es aber wohl der einzig zutreffende Begriff. Die Young Boys, die für das Weiterkommen ein Unentschieden benötigten, zitterten sich buchstäblich über die 100 Minuten.

Nachdem die Rumänen nach 84 Minuten durch den eingewechselten Stürmer Gabriel Debeljuh - eine Offsideposition des Torschützen wurde nicht geahndet - in Führung gegangen waren, spielte sich alles Wesentliche in der zehnminütigen Nachspielzeit ab. Wegen eines angeblichen Schlags gegen den Kopf von Cedric Zesiger wurde Clujs Goalie Cristian Belgradean mit Rot des Feldes verwiesen. YB bekam einen fragwürdigen Penalty zugesprochen, den Jean-Pierre Nsame zum 1:1 versenkte. Die Rumänen protestierten wild. Zuletzt wurde ein weiterer Spieler wegen Reklamierens mit Rot ausgeschlossen. In der Zwischenzeit hatte auch Nsame - er wegen eines taktischen Fouls - Rot gesehen.

Die Rumänen suchten die neuerliche Führung mit allen Mitteln. Gegen die komplett entblösste Abwehr konnten Meschack Elia und Gianluca Gaudino in der 95. Minute mit einem Konter auf Clujs Ersatztorhüter ziehen. Der Deutsche musste nur noch einschieben. Damit haben die Berner letztlich sogar einen Sieg errungen - was der Super League für den UEFA-Koeffizienten ein wenig weiterhilft.

YB steht mithin zum ersten Mal seit der Saison 2014/15 in den Sechzehntelfinals des zweiten europäischen Klubwettbewerbs.

Die Berner fanden lange Zeit nicht zum gewohnten und erhofften Spiel. Sie wirkten - vielleicht spielte eine gewisse Nervosität mit - ungewohnt statisch, unbeweglich, bisweilen gelähmt. Von einer Leichtigkeit, wie sie die Berner in der Meisterschaft besonders in den Heimspielen auszeichnet, war lange Zeit nichts zu sehen. Sie gewährten dadurch dem Gegner im Aufbau und vor dem Strafraum zu viel Platz.

In der zweiten Halbzeit bekam die Mannschaft von Trainer Gerardo Seoane alles ein bisschen besser in den Griff. Ausnahmen waren die Szene, die zum 0:1 führte, sowie ein vorgängiger Angriff der Rumänen, bei dem es abermals eine bravouröse Parade von Von Ballmoos brauchte.

Ein Spektakel für die Fernsehzuschauer war bei der Bedeutung des Spiels nicht zu erwarten. Die Rumänen konnten nur mit einem Sieg weiterkommen, trotzdem bauten sie ihr Spiel weitgehend auf die Defensive und auf mögliche Konter auf. Gerade dank der Defensive waren sie überhaupt so weit gekommen, denn in den ersten fünf Spielen der Gruppenphase hatten sie nur drei Tore erzielt, zwei davon zum Auftakt in Sofia.

Da der verletzte Fabian Lustenberger und der gesperrte Ali Camara nicht zur Verfügung standen, bildeten wie schon im Super-League-Spiel in Luzern Nicolas Bürgy und Jordan Lefort die Innenverteidigung. Eine Leistungseinbusse war in weiten Teilen des Spiels zu merken.

Telegramm und Rangliste

Young Boys - Cluj 2:1 (0:0)

SR Bastien (FRA). - Tore: 84. Debeljuh 0:1. 93. Nsame (Foulpenalty) 1:1. 95. Gaudino (Elia) 2:1.

Young Boys: Von Ballmoos; Hefti, Bürgy (85. Siebatcheu), Lefort, Garcia; Sulejmani (58. Gaudino), Aebischer, Rieder (58. Martins), Moumi Ngamaleu (82. Zesiger); Mambimbi (58. Elia), Nsame.

Cluj: Balgradean; Manea, Burca, Vinicius, Camora; Djokovic, Hoban; Deac (92. Sandomierski), Paun-Alexandru (74. Debeljuh), Pereira (87. Susic); Rondon.

Bemerkungen: Young Boys ohne Camara (gesperrt), Lustenberger, Fassnacht, Sierro, Spielmann, Lauper und Petignat (alle verletzt). Cluj ohne Chipciu (gesperrt), Ben Yousseff, Omrani und Cestor (alle verletzt). Rote Karten: 91. Belgradean (Foul), 95. Nsame (Foul), 100. Djokovic (Reklamieren). Verwarnungen: 71. Paun-Alexandru (Foul), 88. Maier (YB/nicht auf dem Platz/Reklamieren). 89. Burca (Foul), 90. Deac (Foul), 99. Camora (Reklamieren).

Gruppe A. 6. Runde: CSKA Sofia - AS Roma 3:1. - Schlussrangliste: 1. AS Roma 6/13 (13:5). 2. Young Boys 6/10 (9:7). 3. CSKA Sofia 6/5 (3:7). 4. CFR Cluj 6/5 (4:10).