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Spiel 7 als «Grande Finale» im finnischen Trainerduell

Die Halbfinalserie zwischen Bern und Biel wird früh zum Duell der finnischen Trainer Kari Jalonen und Antti Törmänen hochstilisiert. Tatsächlich entwickelt sich die packende Serie fast zu Eisschach.
Antti Törmänen will mit dem EHC Biel unbedingt in den Playoff-Final (Bild: KEYSTONE/MARCEL BIERI)

Antti Törmänen will mit dem EHC Biel unbedingt in den Playoff-Final (Bild: KEYSTONE/MARCEL BIERI)

(sda)

Eisschach tönt nach wenig Action. Und im fünften und sechsten Spiel entschied dann auch nur ein einziges Tor die Partie. Zwar gewann Biel letzten Donnerstag in Bern 2:0, das zweite Goal entstand aber erst im Finish aus einem Weitschuss in den leeren Kasten. Am Samstag in Biel erzielte Verteidiger Ramon Untersander für den SCB schon in der 9. Minute den einzigen Treffer. Bern kam danach in den letzten über 50 Minuten der Partie bloss noch zu zwölf Torschüssen - und das in einem Sport, in dem mehr als ein Schuss pro Minute üblich ist.

Wenig Action gab es in der packenden Halbfinalserie aber nicht. Für das Highlight sorgte bislang das zweite Spiel, in dem Biel lange 1:2 in Rückstand lag, spät ausglich und in der Verlängerung noch 3:2 gewann. In allen sechs Spielen gewann jene Mannschaft, die den ersten Treffer erzielt hatte. Meist gewann das Team, das weniger fürs Spiel tat. Und zwei Drittel der Partien gewann das Auswärtsteam.

Welcher der beiden finnischen Trainer findet vor dem siebenten Spiel die richtigen Worte? Für beide steht viel auf dem Spiel - viel mehr, als sie zugeben.

Berns Kari Jalonen wurde in Finnland alleine als Trainer sieben Mal Meister, führte Finnlands Nationalmannschaft in den WM-Final und den SC Bern in drei Jahren stets zum Qualifikationssieg und einmal (2017) zum Meistertitel. Aber vor einem Jahr scheiterte Jalonen mit dem SCB in den Halbfinals an den ZSC Lions. Und die ergebnis-orientierte Spielweise, die Jalonen vorgibt, vermiest in Bern den Zuschauern die Freude. Von Berns ersten sechs Playoff-Heimspielen war bloss eines ausverkauft.

Auf der anderen Seite steht Antti Törmänen, der seinen Vertrag in Biel letzten Herbst bis 2021 verlängerte. Der EHCB übertraf auch in Törmänens zweiter Saison alle Ziele und Erwartungen. Die Heimpartien sind ausverkauft. Törmänen ist gewiss kein typischer schweigsamer, vorsichtiger Finne. Seine Mannschaft spielt attraktiv, offensiv, leidenschaftlich. Für Törmänen wie für die Stadt Biel wäre der Playoff-Triumph über den grossen Schlittschuhclub Bern das Grösste. Schliesslich war Törmänen zwei Jahre lang Trainer in Bern (2011 bis 2013). Er führte im ersten Jahr den SCB in den Playoff-Final und im zweiten Jahr zum Titel und wurde dennoch in der darauffolgenden Saison entlassen. Wenn Törmänen sagt, eine gewonnene Serie gegen Bern wäre nicht spezieller als gegen jeden anderen Gegner, dann nimmt man ihm das nicht ab.

Jalonen (59) und Törmänen (49) lassen sich nicht in die Karten blicken. Törmänen taut am ehesten auf, wenn es für sein Team nicht mehr gut aussieht - wie zunächst nach dem verspielten 2:0-Vorsprung in der Serie oder zuletzt am vergangenen Samstag nach der unglücklichen Heimniederlage, nach der die Vorteile wieder beim SC Bern liegen. Törmänens Botschaft: «Denkt positiv!»

Auf Berner Seite ist Kari Jalonen noch schwieriger zu fassen. Seit drei Jahren arbeitet er in der Bundesstadt. Jalonens Präsenzzeit in der Arena ist riesig. Dennoch haben im SC Bern längst nicht alle den Draht zum 59-jährigen Finnen gefunden. Die grösste Zeitung vor Ort warf ihm am Samstag «Unprofessionalität» vor, weil er vor dem sechsten Spiel in Biel nicht Red und Antwort gestanden hatte.

Jalonen nerven Fragen, auf die er keine Antworten geben kann. Nach Berns letztem Heimspiel wurde er gefragt, warum der grosse SC Bern in den Playoffs sechs der letzten neun Heimspiele (inklusive zwei gegen die ZSC Lions letzte Saison) verlor. Wie kann das passieren? Während der Regular Season verlor Bern daheim nie derart häufig - in den drei Jahren unter Jalonen stand der SCB in der Heim-Tabelle stets auf Platz 1. Warum tut sich Bern in den Playoffs auf eigenem Eis derart schwer? «Ich verstehe die Frage nicht», antwortete Jalonen. Und nach dem Nachfragen: «Mir kommt keine Antwort in den Sinn.»

Die beiden finnischen Head-Coachs freuen sich auf das siebente Spiel. Beide gaben ihrem Team am Sonntag frei und strahlen Zuversicht aus. «Wir haben nichts zu verlieren, wie verfügen über die grösseren Kraftreserven, wir sind läuferisch viel stärker», sagt Törmänen. Jalonen sagt, dass diese hochstehende Halbfinalserie nichts anderes als ein siebtes Spiel verdient habe. Nach dem letzten Samstag ist Jalonen überzeugt, dass sich sein Team, der Favorit, am Ende doch noch durchsetzt. Jalonen: «Der Schlüssel ist, über 60 Minuten gut zu spielen. In Biel ist uns das zum ersten Mal gelungen.»

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