St.Otmars Handballer finden erst in der Schlussphase in den Siegesmodus

Die St.Galler gewinnen gegen GC Amicitia Zürich mit viel Aufwand und Mühe 34:31 und bleiben auf einem Playoff-Platz

Fritz Bischoff
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St.Otmars Andrija Pendic (rechts) setzt sich gegen Jakub Szymanski durch.

St.Otmars Andrija Pendic (rechts) setzt sich gegen Jakub Szymanski durch.

Ralph Ribi

Zu behaupten, St.Otmar hätte je einmal im Verlauf der NLA-Partie gegen GC Amicitia Zürich richtig ins Spiel gefunden, wäre eine Fehlaussage. Doch am Ende konnte wieder einmal die Floskel bemüht werden, wonach nicht die Art, wie Punkte gewonnen werden in der Tabelle abgebildet ist, sondern ganz einfach, ob die Zähler gewonnen wurden oder nicht.

So war es schliesslich auch nachvollziehbar, dass die Spieler – müde und gezeichnet vom 60-minütigen Abnützungskampf – in der Garderobe ihren 34:31-Sieg gegen die Zürcher hörbar erleichtert feierten. Erleichtert deshalb, weil sie erstmals beim 19:18 in der 34. Minute die Führung übernehmen konnten und auch in der Folge nicht souverän agierten. «Wir hatten grosse Mühe in den gewünschten Wettkampfmodus zu kommen. Die langatmigen Angriffe der Zürcher verhinderten dies», sagte Andrija Pendic.

Dies sah auch Spielertrainer Bo Spellerberg so, ortete für den spannenden Spielverlauf aber noch weitere Gründe. Er sagte:

«Es war schlecht, wie wir nach einem Angriff in unsere Defensivzone zurückliefen und uns neu organisierten.»

Damit sprach der Däne die Tatsache an, dass die Gäste ihre Offensivaktionen mehrheitlich mit einer sehr schnellen Auslösung einleiteten und damit zu rund einem Drittel ihrer Tore kamen. «Es war unser Matchplan mit hohem Tempo den Erfolg zu suchen», so der frühere St.Otmar-Spieler Jost Brücker. Unter diesem Gesichtspunkt funktionierte der Matchplan der Zürcher weit besser als jener der St.Galler.

Bo Spellerberg (links) ist in der ersten Halbzeit fast der Alleinunterhalter.

Bo Spellerberg (links) ist in der ersten Halbzeit fast der Alleinunterhalter.

Ralph Ribi

Hätte bei diesen nicht Bo Spellerberg seine Vorbildfunktion in eindrücklicher Weise wahrgenommen, St.Otmars zwölfter Saisonsieg wäre kaum Tatsache geworden. In der ersten Halbzeit war der 40-Jährige eigentlicher Alleinunterhalter. Er erzielte neun der 15 Tore seines Teams, vom 1:2 bis zum 7:7 war er für sämtlich Heimtreffer verantwortlich. Am Ende standen 13 Torein seiner Statistik. Deren acht resultierten aus zum Teil trickreich verwerteten Penaltys.

Steigerung in der Schlussphase

So hielt Bo Spellerberg sein Team im Spiel und legte auch die Basis zur kollektiven Leistungssteigerung in der Schlussphase. Diese zeichnete sich nach der erstmaligen Dreitoreführung beim 29:26 ab. Nun liess auch die Körpersprache der Spieler ein kämpferisches Aufbäumen erahnen. Die letzten Kräfte wurden mobilisiert.

Damit konnten auch die Angriffe von GC Amicitia besser neutralisiert werden. «In den letzten zehn Minuten arbeitete unsere Defensive viel kompakter als zuvor. Weshalb wir so lange Zeit benötigten, um in diesen Modus zu finden, müssen wir analysieren», stellte Severin Kaiser fest. Der Flügelspieler war in der zweiten Halbzeit erstmals nach seiner fast fünfmonatigen Verletzungspause wieder zu einem Einsatz gekommen.

«Es war cool, wieder spielen zu können», freute sich der letztjährige Topskorer des Teams. Ein breiteres Kader mit weiteren Rückkehrern aus ihren Verletzungspausen hat St.Otmar für die Schlussphase der Meisterschaft dringend nötig. Dies wurde sinnbildlich, als die ermüdeten und abgekämpften Spieler bei der letzten Auszeit nicht mehr standen, sondern sich mehrheitlich setzten.