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Strafanzeige der FIFA gegen Sepp Blatter

Die FIFA hat bei der Zürcher Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen ihren ehemaligen Präsidenten Sepp Blatter eingereicht. Es geht um ein Museumsprojekt, das den Fussball 500 Millionen Franken kostet.

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Wieder Ärger für Sepp Blatter: Die FIFA hat ihren ehemaligen Präsidenten bei der Zürcher Staatsanwaltschaft angezeigt

Wieder Ärger für Sepp Blatter: Die FIFA hat ihren ehemaligen Präsidenten bei der Zürcher Staatsanwaltschaft angezeigt

KEYSTONE/PETER SCHNEIDER
(sda)

Externe Experten hätten bei einer Untersuchung Beweise für den mutmasslichen Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung durch die ehemalige Führung unter Sepp Blatter gefunden, teilte die FIFA mit.

Die Strafanzeige zielt auf die gesamten Projektkosten in Höhe von 500 Millionen Franken. Die ehemalige Administration habe 140 Millionen in Renovation und Modernisierung eines Gebäudes gesteckt, das der FIFA gar nicht gehörte. Ausserdem sei ein Mietvertrag abgeschlossen worden, der die FIFA bis zum Ablauf des Vertrags im Jahr 2045 360 Millionen Franken kosten wird.

«Angesichts der massiven Kosten für dieses Museum ("Haus zur Enge») sowie der allgemeinen Arbeitsweise der ehemaligen FIFA-Geschäftsleitung sollte eine forensische Prüfung Aufschluss darüber geben, was wirklich passiert ist», verlangt der stellvertretende FIFA-Generalsekretär, Alasdair Bell, in der Mitteilung.

Das «Haus zur Enge» bietet auf zehn Stockwerken eine Fläche von 3000 Quadratmeter für Ausstellungen, Veranstaltungen und Gastronomie. Weiter beinhaltet das Projekt 34 Wohnungen und Büros für 140 Personen.

Das FIFA-Museum an der Zürcher Seestrasse war 2016 eröffnet worden - nach dem Ende der Amtszeit des 84-jährigen Blatters, der im Jahr zuvor seinen Rücktritt angekündigt hatte.

Die Zürcher Staatsanwaltschaft bestätigte den Eingang der Klage zum FIFA-Museum. Die Anzeige werde nun geprüft. «Die Vorwürfe sind haltlos und werden vehement zurückgewiesen», teilte derweil Blatters Rechtsanwalt Lorenz Erni mit.