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Tabubruch: Englands Danny Rose spricht vor WM über Depressionen

Nach einer Knieverletzung und persönlichen Schicksalsschlägen stürzt Danny Rose in eine Depression. Kurz vor der WM in Russland wagt der englische Internationale den Schritt an die Öffentlichkeit.
Englands Danny Rose offenbarte am Medientag der englischen Nationalmannschaft den anwesenden Journalisten seine Gefühle (Bild: KEYSTONE/AP PA/MIKE EGERTON)

Englands Danny Rose offenbarte am Medientag der englischen Nationalmannschaft den anwesenden Journalisten seine Gefühle (Bild: KEYSTONE/AP PA/MIKE EGERTON)

(sda/apa)

Danny Rose hat in einem Interview offenbart, an Depressionen gelitten zu haben. In einem sehr persönlichen Gespräch mit englischen Medien, das am Donnerstag veröffentlicht wurde, sagte der 27-Jährige, dass er im vergangenen Jahr nach einer Knieverletzung und einer Familientragödie depressiv geworden war.

"Es ist kein Geheimnis, dass die Saison bei Tottenham eine Schicksalsprüfung für mich war", sagte Rose etwa gegenüber der BBC, wie diese auf der Website berichtete. Der Verteidiger war ein Leistungsträger im Verein und in Englands Nationalteam gewesen, doch plötzlich stoppte ihn eine hartnäckige Knieverletzung. Die Ärzte empfahlen ihm, sich keiner Operation zu unterziehen. "Ich weiss nicht wie viele Tabletten und Spritzen ich nahm und probierte, fit für Tottenham zu werden", erzählte Rose. Doch es besserte sich nichts - der Aussenverteidiger musste unters Messer, er war für acht Monate zum Zuschauen verdammt.

Situation durch Familiendrama verschärft

Zum Verletzungsfrust kamen persönliche Tiefschläge hinzu. "Mitten in der Reha nahm sich mein Onkel das Leben, dazu wurde meine Mutter rassistisch beleidigt und mein Bruder mit einer Waffe bedroht." Die medizinische Abteilung Tottenhams überwies Rose zu einem Psychologen. Dieser stellt die Diagnose: Depression.

Es gibt viele Symptome, die Anzeichen einer depressiven Erkrankung sein können. Dazu gehören neben Angstzuständen und Schuldgefühlen auch Antriebslosigkeit, gedrückte Stimmung, Hoffnungslosigkeit. Wie für so viele, wurde auch für Rose der Beruf zur ständigen Tortur. "Ich war sehr reizbar, war sehr leicht sehr verärgert. Ich hatte den Spass an vielen Dingen verloren." Selbst die Aussicht, auf den früher so geliebten Fussballplatz zurückzukehren, war keine Motivation.

Der Dank ans Nationalteam

Rose behielt lange alles für sich, nur sein Agent wusste davon. Unmittelbar vor dem Abflug der "Three Lions" sprach der 17-fache Internationale dann doch mit mehreren britischen Zeitungen. Auch, um auf das Thema aufmerksam zu machen. "Ich habe es weder meiner Mutter noch meinem Vater erzählt. Davon aus der Zeitung zu erfahren, wird sie möglicherweise wütend machen."

Für seinen Gang in die Öffentlichkeit erhielt Rose Zuspruch von Anhängern und Prominenten der ganzen Sportwelt. So schrieb etwa Gary Lineker, der frühere Captain der englischen Nationalmannschaft: "Das ist mutig und tapfer von Danny Rose. Ich wünsche ihm alles Gute."

Rose, der in den vergangenen Monaten Tabletten nahm, will die harte Zeit - auch aufgrund seiner WM-Nominierung durch Teamchef Gareth Southgate - nun überstanden wissen. "England war meine Erlösung und ich kann dem Trainer und dem medizinischen Betreuerteam gar nicht genug danken. Es war hart, aber der Schritt zu einem Psychologen zu gehen, hat mir sehr geholfen, mit all dem fertig zu werden."

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