Thuns Präsident Lüthi nimmt den Hut - Gerber übernimmt

Der FC Thun nimmt nach dem Abstieg aus der Super League den angekündigten Umbau in Angriff. Präsident Markus Lüthi tritt per Ende Monat zurück - ersetzen soll ihn Andres Gerber.

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Markus Lüthi (rechts) gibt sein Amt als Präsident des FC Thun ab. Als Nachfolger soll Sportchef Andres Gerber übernehmen

Markus Lüthi (rechts) gibt sein Amt als Präsident des FC Thun ab. Als Nachfolger soll Sportchef Andres Gerber übernehmen

KEYSTONE/PETER KLAUNZER
(sda)

Zehn Tage nach dem bittersten Sieg der Vereinsgeschichte stellt der FC Thun die Weichen für die Zukunft. Der 4:3-Heimsieg im Barrage-Rückspiel gegen den FC Vaduz am vorletzten Montag, der nach zehn Jahren Super-League-Fussball den Abstieg bedeutete, wird das letzte Pflichtspiel der Ära Markus Lüthi gewesen sein. Nach zehn Jahren im Verein, davon acht Jahre als FCT-Präsident, tritt Lüthi per Ende Monat zurück.

In einem persönlichen Schreiben begründete er seinen Abschied mit der Relegation in die Challenge League. Da das Ziel Klassenerhalt in der Barrage gegen den FC Vaduz nicht erreicht wurde, müsse «der 'oberste Chef' hinstehen und Platz machen», schrieb Lüthi auf der Klub-Website. Die vielen Baustellen um den Klub hätten ihn in den letzten Jahren müde gemacht.

Neben Präsident Lüthi wird auch der langjährige Vizepräsident Markus Peter abtreten - dies soll jedoch erst an der nächsten Generalversammlung geschehen. Das Amt als Vizepräsident hat Peter bereits abgelegt, am Mittwoch ernannte der Verwaltungsrat Sportchef Andres Gerber an seiner Stelle in das Amt. Der 47-Jährige soll der neue starke Mann bei den Berner Oberländern werden. Gerber wird sich an der nächsten Generalversammlung für das Amt des Präsidenten zur Verfügung stellen.

Der ehemalige Spieler des FC Thun stand seit seinem Rücktritt als Fussballer 2009 als Sportchef im Berner Oberland unter Vertrag und führte den Verein gemeinsam mit Trainer Murat Yakin in seiner ersten Saison zurück in die Super League. Bis vor zehn Tagen trotzten Gerber und der stetige Aussenseiter in jedem Jahr dem vermeintlichen Abstieg. Wie der Klub bekannt gab, sei eine Rückkehr in die oberste Liga das grosse Ziel der neuen Führungscrew. Die Führung der Mannschaft bleibt derweil bei Marc Schneider. Der 40-jährige Thuner amtet seit Juli 2017 als Trainer bei seinem Stammverein.

Die Mission Wiederaufstieg wird Thun mit einem geringeren Budget angehen müssen. Wie stark die Kosten gesenkt werden müssen, soll die «genau wirtschaftliche Planung» der kommenden Tage ergeben. Eine Reduktion der Personalkosten sei jedoch ohnehin nötig, schreibt der FC Thun in seinem Communiqué. Bis Ende September sollen die Personalentscheide gefällt und den betroffenen Mitarbeitern in «persönlichen Gesprächen» kommuniziert werden. Ebenso sollen die Stadionmiete und die Betriebs- und Sicherheitskosten für den Spielbetrieb in der Challenge League gesenkt werden.