Tom Lüthi nach Platz 4 neuer WM-Leader

Tom Lüthi ist nach einem turbulenten Rennen in Assen neuer Leader in der Moto2-WM. Er wird Vierter und profitiert vom Ausfall Alex Marquez'.

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Podest verpasst, aber dennoch zufrieden: Mit Platz 4 in Assen übernimmt Tom Lüthi die WM-Führung (Bild: KEYSTONE/EPA ANP/VINCENT JANNINK)
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Sie werden wohl auch in den nächsten Rennen um die WM-Krone kämpfen: Tom Lüthi (vorne) im Duell mit Alex Marquez (Bild: KEYSTONE/AP/PETER DEJONG)
Auf dem Weg zum Sieg zu Fall gekommen: Alex Marquez musste die WM-Führung an Tom Lüthi abgeben (Bild: KEYSTONE/AP/PETER DEJONG)
Einer von vielen Ausfällen beim turbulenten GP der Niederlande: Pole-Mann Remy Gardner (Bild: KEYSTONE/AP/PETER DEJONG)
Auch der zweite Schweizer hatte in Assen Grund zur Freude: Dominique Aegerter fuhr als Neunter erstmals in dieser Saison in die Top Ten (Bild: KEYSTONE/AP/PETER DEJONG)

Podest verpasst, aber dennoch zufrieden: Mit Platz 4 in Assen übernimmt Tom Lüthi die WM-Führung (Bild: KEYSTONE/EPA ANP/VINCENT JANNINK)

(sda)

Lange sah es in Assen nicht nach einem guten Tag für Tom Lüthi aus, der während des gesamten Wochenendes die perfekte Abstimmung für seine Kalex nicht fand. Vom 8. Platz gestartet, sah alles nach einem 5. oder 6. Schlussrang aus, während WM-Leader Alex Marquez seinem vierten Sieg in Folge entgegensteuerte. Der Rückstand Lüthis in der WM wäre deutlich angewachsen.

In der zweitletzten Runde wurde Marquez aber von Lorenzo Baldassarri abgeschossen. Beide schieden aus und Lüthi rückte in den 4. Rang vor. Damit übernahm der 32-jährige Emmentaler mit 117 gegen 111 Punkten von Marquez die Führung in der Gesamtwertung.

Der Spanier Augusto Fernandez profitierte ebenfalls und feierte vor dem Südafrikaner Brad Binder, der den ersten Erfolg für KTM nur knapp verpasste, seine Siegpremiere.

«Ein heftiges Rennen»

Erst aufs Rennen hin hatten Lüthi und seine Mechaniker die richtige Abstimmung für seine Kalex gefunden. So war er absolut konkurrenzfähig und mischte in der zeitweise zehn Fahrer umfassenden Spitzengruppe munter mit. «Es war ein heftiges Rennen», erklärte der Schweizer 125-ccm-Weltmeister von 2005 gegenüber dem Fernsehen SRF schweissgebadet. «Ich hätte den Speed gehabt, um vorne wegzufahren», zeigte er sich überzeugt. «Aber es gab fast in jeder Runde Kontakt, es war fast nicht möglich, einen guten Rhythmus zu finden.»

Bis zur 15. Runde hatte sich Lüthi auf Platz 2 nach vorne gekämpft, in der 22 von 24 Runden lag er wieder auf Rang 6. Dann fehlten Millimeter, und alle Efforts von Lüthi wären vergebens gewesen. Er konnte dem vor ihm gestürzten Xavi Vierge nicht ganz ausweichen und fuhr «voll in seine Maschine rein». «Es hat extrem geklöpft und ich dachte, mein Töff sei kaputt.» So durfte Lüthi am Ende bei gut 30 Grad Lufttemperatur und vor 105'000 Fans durchaus zufrieden sein. «Ich wollte aufs Podest, aber das ist ein wichtiger 4. Rang.»

Aegerter erstmals in den Top Ten

Auch der zweite Schweizer in der Moto2 hatte Grund, sich zu freuen. Dominique Aegerter nützte auf der MV Agusta das turbulente Rennen mit den vielen Ausfällen - dazu gehörte auch der australische Pole-Mann Remy Gardner - mit dem 9. Rang zu seinem ersten Top-Ten-Resultat in dieser Saison. In den ersten sieben Rennen war der Oberaargauer als 13. und 14. nur zweimal in die Punkte gefahren.