Ungesetzte Swiatek ohne Satzverlust zum French-Open-Titel

Die ungesetzte Iga Swiatek gewinnt in überlegener Manier das French Open und avanciert zur ersten polnischen Grand-Slam-Siegerin.

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Auch die Australian-Open-Siegerin Sofia Kenin verzweifelt am Spiel der 19-jährigen Polin
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Iga Swiatek küsst ihre erste Errungenschaft auf höchster Stufe
Die 19-jährige Iga Swiatek deklassiert in Paris die Konkurrenz

Auch die Australian-Open-Siegerin Sofia Kenin verzweifelt am Spiel der 19-jährigen Polin

KEYSTONE/AP/Christophe Ena
(sda)

23 Games gab Swiatek auf dem Weg in ihren ersten Grand-Slam-Final ab - in keinem Spiel mehr als fünf, auch nicht im Achtelfinal gegen die topgesetzte Topfavoritin Simona Halep und in der 1. Runde gegen die Vorjahresfinalistin Marketa Vondrousova. Am Sonntag war nun auch die als Nummer 4 gesetzte Sofia Kenin, die Australian-Open-Siegerin vor dem langen Corona-Stillstand, chancenlos. Nach 84 Minuten war Swiateks grösstmöglicher Coup am French Open perfekt. Die ungesetzte Polin ist die erste Grand-Slam-Siegerin aus ihrem Land sowohl bei den Frauen als auch den Männern. Ohne Satzverlust hatte zuletzt die Belgierin Justine Henin im Jahr 2007 den Titel geholt.

«Es ist verrückt, vor zwei Jahren habe ich bei den Juniorinnen ein Grand-Slam-Turnier gewonnen, und jetzt stehe ich hier. Ich bin einfach glücklich, überwältigt und weiss eigentlich gar nicht, was ich sagen soll», sagte die jüngste Paris-Siegerin seit Iva Majoli 1997. Bereits bei ihrer zweiten Teilnahme in Roland-Garros konnte sie den Pokal in die Höhe stemmen. Der Achtelfinal vom diesjährigen Australian Open war davor ihr bestes Abschneiden bei den vier Major-Turnieren gewesen. Der Final am WTA-Turnier in Lugano, den sie gegen Polona Hercog verlor, stand bislang als bestes Ergebnis. «Vielleicht musste es sein, dass wieder eine Aussenseiterin ein Grand-Slam-Turnier gewinnt, das war ja zuletzt oft der Fall. Es ist ein bisschen verrückt», meinte Swiatek.

Ja, Swiatek siegte als grosse Aussenseiterin. Als Weltnummer 54 ist sie die am schlechtesten klassierte Paris-Siegerin seit Einführung des WTA-Rankings 1975. Ihr Durchbruch überraschte aber nicht. Als Juniorin siegte sie 2018 in Wimbledon (im Final gegen Leonie Küng) und holte sie an den Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires Gold im Doppel. Danach näherte sie sich auf der WTA-Tour den Besten in sukzessive an. Am Montag wird sie in der Weltrangliste einen Sprung vom 54. auf den 17. Platz machen.

Gratulationen erhielt der Teenager aus Warschau von vielen Seiten, darunter auch von Polens Präsident Andrzej Duda. «Grossen Dank und Glückwunsch an Iga Swiatek! Ein historischer Tag für Polen, den polnischen Sport und das polnische Tennis. Bravo!», schrieb Duda auf Twitter. Sofia Kenin, die als erste Spielerin seit 2016 zwei Grand-Slam-Turniere in einem Jahr hätte gewinnen können, anerkannte Swiateks Stärke: «Sie hat toll gespielt.»

Beiden Spielerinnen kam in Paris zugute, dass mit Naomi Osaka, Bianca Andreescu und Titelverteidigerin Ashleigh Barty drei Top-Spielerinnen nicht am Start waren. Zudem musste Serena Williams schon vor der 2. Runde verletzt aus dem Turnier aussteigen.