Deutschland

Urs Fischer und Union Berlin mit neuerlichem Coup

Nach dem 2:1-Sieg in der Bundesliga gegen Dortmund demonstriert Urs Fischers Union Berlin Selbstvertrauen. Der Trainer spricht von einem neuen Coup.

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Urs Fischer strahlt, seine Union Berlin strotzt vor Selbstvertrauen. Der Schweizer Trainer und seine Mannschaft gewannen gegen Dortmund mit 2:1

Urs Fischer strahlt, seine Union Berlin strotzt vor Selbstvertrauen. Der Schweizer Trainer und seine Mannschaft gewannen gegen Dortmund mit 2:1

KEYSTONE/EPA/Maja Hitij
(sda/dpa)

Noch liegt Union Berlin in der Tabelle als Sechster einen Punkt hinter Dortmund (4.). Die Betonung liegt aber auf «noch». Denn während die Borussia im zweiten Spiel unter Lucien Favres Nachfolger Edin Terzic die erste Niederlage kassiert hat und den eigenen Ansprüchen weiter hinterher hinkt, reibt die Konkurrenz sich weiter verwundert die Augen über den Underdog aus Berlin.

Eine Woche, nachdem sie den Bayern einen Punkt abtrotzte (1:1), sorgte Fischers Mannschaft für einen nächsten «Coup», wie es der Schweizer Trainer selbst formulierte. Union Berlin hat nach 13 Spieltagen nun schon 21 Punkte eingesammelt. Das sind gleich fünf mehr als in der Vorsaison als Aufsteiger zu dem Zeitpunkt.

«Willensleistung beschreibt es sehr gut», bemerkte Urs Fischer zum positiven Ausgang für seine Mannschaft: «Es war ein tolles Spiel und ein verdienter Sieg. Man sieht, dass die Mannschaft Selbstvertrauen hat.» Das habe gegen den BVB auch in den Phasen geholfen, «in der wir leiden mussten. Wir konnten uns trotzdem immer wieder befreien, waren mutig genug», ergänzte der Schweizer. Bereits in der Vorsaison hatte Union die Dortmunder mit 3:1 nach Hause geschickt.

Vom Saisonziel Klassenerhalt aber will der Union-Coach weiter keinen Zentimeter abrücken. Auch wenn die Eisernen einen ihrer vielen Rekorde auf sechs Ligaspiele ohne Niederlage ausgebaut haben. «Das sind vier Punkte mehr, die uns helfen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen», erklärte der 54-Jährige zu den erstaunlichen vier Zählern gegen Bayern und Dortmund.

Derweil war der Frust bei Dortmund einmal mehr gross. «Wieder zwei Standardtore. Das ist enorm bitter, weil wir das angesprochen haben zuvor», so der Schweizer Torhüter Roman Bürki. Auch der neue Trainer Edin Terzic ärgerte sich über die beiden Kopfballtore: «Sie kommen mit Wucht und haben da ihre Qualität. Wir haben es am Morgen nochmal versucht, es allen in allen Kanälen einzuimpfen.»

Der Favre-Nachfolger machte nach der Niederlage aber auch andere Defizite bei seinem Team aus. «Durch die Standards verlieren wir das Spiel. Aber es waren natürlich viele andere Dinge nicht gut. Wir haben viele Sachen nicht umgesetzt.»

Dem Spiel der Gäste fehlten Tempo am Ball und in der eigenen Bewegung, Präzision und Mut. Mit nur 22 Punkten sieht Dortmund das Spitzentrio Leverkusen, Bayern und Leipzig weiter davonrauschen.