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Volle Taschen, voller Vorfreude

Die Houston Rockets waren letztes Jahr nahe am Titel in der NBA. Jetzt nehmen die Texaner mit dem bestbezahlten Schweizer Mannschaftssportler Clint Capela einen neuen Anlauf.
Clint Capela versenkt den Ball im Korb (Bild: KEYSTONE/AP/ROGELIO V. SOLIS)

Clint Capela versenkt den Ball im Korb (Bild: KEYSTONE/AP/ROGELIO V. SOLIS)

(sda)

Als die Houston Rockets im Rahmen der Saisonvorbereitung vor einer Woche ihr erstes Auswärtsspiel in San Antonio bestreiten, hat Tony Nila eine Idee. Der langjährige Materialchef der Texaner klebt in der Garderobe über jeden Spind einen Zettel, auf dem er jedem Spieler einen Spitznamen verpasst. Jeder muss jedoch selber herausfinden, welcher am besten zu ihm passt. Clint Capela hat keine Mühe, seinen Platz zu finden, denn auf einem Zettel steht «Swiss Bank».

Es ist ein Name, der verschieden interpretiert werden kann. Einerseits hat der Genfer in der letzten Saison, seiner fünften in der NBA, riesige Fortschritte gemacht. Er verzeichnete in diversen Statistiken Karriere-Bestwerte, war mit 65,2 Prozent verwandelter Würfe gar der treffsicherste Spieler der Liga, übernahm mit seiner überraschenden Vielseitigkeit aber auch defensiv eine tragende Rolle. Capelas Steigerung war eklatant. Der 24-Jährige wurde für die Rockets zum unersetzbaren Teil im Puzzle des Erfolgs und rief in quasi jedem Spiel seine Leistung ab - verlässlich wie eine Bank.

Andererseits, und das ist die wortwörtliche Leseart des Spitznamens, haben ihn die starken Leistungen zum bestbezahlten Schweizer Mannschaftssportler gemacht. In den nächsten fünf Jahren erhält Capela 90 Millionen Dollar - eine stattliche Lohnerhöhung für einen, der in einem Genfer Armenviertel aufgewachsen ist und bisher mit seinem Einstiegsvertrag nur etwa einen Zwölftel des jetzigen Salärs verdiente. Doch insgeheim hatte Capela auf einen noch höheren Zahltag gehofft, weshalb sich die Verhandlungen im Sommer hinzogen.

Das Ziel Allstar-Team

Als die Rockets zur Saisoneröffnungs-Medienkonferenz laden, ist bei Capela jedoch nichts von allfälliger Unzufriedenheit zu spüren. Er lacht, flachst mit den Reportern, dass er im Sommer intensiv an seinem Distanzwurf gearbeitet habe und nun auch von der Dreipunktelinie eine Gefahr sein könne. Er spricht von der Vorfreude auf die Saison und der veränderten Wahrnehmung von sich. «Ich spüre das Vertrauen der Vereinsführung. Meine Leistungen werden nun in der ganzen Liga beachtet. Das gibt mir Selbstvertrauen, weiter das zu tun, was ich kann.“

Er habe sich jedes Jahr weiterentwickelt, sagt Capela - vom Ergänzungsspieler zum Stammcenter und Leistungsträger. Nun will es der Genfer in den erlauchten Kreis der Allstars schaffen. «Das ist mein nächstes Ziel.“ Ob er denn mit dem ganzen Geld in seiner Tasche immer noch so hoch springen könne, fragt ein Reporter. Capela grinst und sagt: «Nein, noch viel höher.“

Die Rockets setzen sich nach dem knapp verlorenen Halbfinal gegen den späteren Champion Golden State Warriors wieder den Titel zum Ziel. Der Weg in den Final dürfte aber im Westen noch schwieriger geworden sein. Zum einen, weil die Texaner nach dem Abgang zweier Defensivspezialisten in der Verteidigung nicht mehr ganz so stark einzuschätzen sind. Zum anderen, weil mit den Los Angeles Lakers und LeBron James ein weiteres Team versuchen wird, ganz oben mitzuspielen und die Dominanz der erneut favorisierten Warriors zu durchbrechen. «Wir waren sehr gut letztes Jahr», sagt D’Antoni. «Aber wir haben nichts gewonnen. Und jetzt stehen wir wieder an der Startlinie.“ Erster Gegner der Rockets ist New Orleans in der Nacht auf Donnerstag.

Vorfreude auf Sefolosha

Thabo Sefolosha will mit Utah dort anknüpfen, wo er vor seiner Verletzung aufgehört hat. Auch die Utah Jazz mit hegen Ambitionen. Mit dem Team aus Salt Lake City hatten in der letzten Saison eigentlich die wenigsten gerechnet, aber die Jazz deuteten ihr immenses Potenzial mehrmals an - beispielsweise, als sie 29 der letzten 35 Partien der Qualifikation für sich entschieden und anschliessend auch die erste Playoffrunde überstanden. Sefolosha musste den bemerkenswerten Lauf seines Teams aus der Ferne verfolgen, nachdem er sich wegen einer Innenbandverletzung im rechten Knie einer Operation hatte unterziehen müssen.

In den 38 Spielen, in denen der 34-Jährige für Utah zum Einsatz kam, überzeugte er. Wohlgemerkt nicht nur defensiv, wie es von ihm seit Jahren erwartet wird. Sefolosha konnte im Team von Quin Snyder auch offensiv Akzente setzen. Ob der Waadtländer in seiner 13. NBA-Saison dort wird anknüpfen können, wobei er im Januar so abrupt gestoppt worden ist, wird sich zeigen. Im Umfeld des Teams ist die Freude jedenfalls gross, dass Sefolosha wieder dabei ist - auch, weil er in der jungen Mannschaft als Mentor vorangehen kann. ESPN sieht Utah hinter Golden State und Houston als drittbestes Team im Westen. In der Nacht auf Donnerstag geht es gegen Sacramento los - sicher ohne Sefolosha, der die ersten fünf Spiele aufgrund einer Sperre verpasst.

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