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Vom Olympiasieger zum Helfer zum Tour-Dominator

Geraint Thomas holt sich Anfang Juni mit dem Sieg beim Critérium du Dauphiné das nötige Selbstvertrauen. Einen Monat später in der 105. Tour de France zeigt der Brite in den 21 Etappen keine Schwäche.
Geraint Thomas bei der Siegerehrung am Sonntagabend in Paris (Bild: KEYSTONE/AP/LAURENT REBOURS)

Geraint Thomas bei der Siegerehrung am Sonntagabend in Paris (Bild: KEYSTONE/AP/LAURENT REBOURS)

(sda)

Als Bradley Wiggins im Juli 2012 als erster Brite die Tour de France gewann, da schickte sich sein Sky-Teamkollege Geraint Thomas gerade an, bei den heimischen Sommerspielen in London zum zweiten Mal Olympiasieger zu werden. Vier Jahre zuvor in Peking hatte auch Wiggins noch zum siegreichen britischen Bahn-Quartett gehört. Als dann Chris Froome im Juli 2013 erstmals die «Grande Boucle» gewann, da belegte Thomas mit fast vier Stunden Rückstand auf seinen Team-Captain gerade mal den 140. Rang.

Trotzdem war diese Leistung ebenfalls bemerkenswert, hatte sich doch der Waliser bereits in der 1. Etappe bei einem Sturz eine kleine Fraktur im Becken zugezogen. Entgegen allen Erwartungen und trotz der anfänglich grossen Schmerzen schaffte es Thomas in der Jubiläums-Tour bis nach Paris, wo er mit Froome und den anderen Sky-Teamkollegen ausgelassen den Gesamtsieg feierte.

2017: Maillot jaune und Aufgabe

Seither nahm er in jedem Sommer an der Frankreich-Rundfahrt teil. Regelmässig liess Thomas dabei auch sein Können aufblitzen. So im vergangenen Jahr mit dem Triumph im Auftakt-Zeitfahren in Düsseldorf vor Stefan Küng und den folgenden vier Tagen in Gelb. Fast ebenso regelmässig hatte er jedoch auch schwierige Momente zu überstehen. Die letztjährige Tour musste der damalige Gesamt-Zweite in der 9. Etappe und nach einem Sturz in der Abfahrt vom Col de la Biche wegen eines Schlüsselbeinbruchs aufgeben. Auch ganz schlechte Tage, an welchen er jeweils viel Zeit auf die Spitzenfahrer einbüsste, zog der 32-Jährige aus der walisischen Hauptstadt Cardiff in den dreiwöchigen Rundfahrten immer mal wieder ein. So fiel er 2015 am drittletzten Tour-Tag vom 4. in den 15. Rang zurück.

Elf Jahre nach seiner ersten Tour de France, die er als Vorletzter beendet hatte ("Das war hart damals, aber es gehörte zum Lernprozess.»), und fünf Jahre nach Froomes erster Feier darf sich Thomas nun über seinen eigenen Triumph freuen. Auf den 3351 km vom Tour-Auftakt auf der Atlantikinsel Noirmoutier-en-l'Île bis zur Ziellinie auf den Pariser Champs-Élysées blieb er im Gegensatz zu seinen Konkurrenten von Unglück und auch Schwächephasen verschont.

Ob im hektischen Finish der Flachetappen, auf Kopfsteinpflaster, in den Alpen und den Pyrenäen, oder auch im Zeitfahren: Thomas zeigte sich - im Gegensatz zum eigentlichen Team-Leader Froome - immer auf der Höhe des Geschehens. Bei den zwei Etappensiegen in den Alpen zeigte er der Konkurrenz eindrucksvoll auf, wer der Stärkste ist. «In L'Alpe d'Huez im Gelben Trikot zu gewinnen, das war der Wahnsinn.» Zweifel verspürte Thomas in den vergangenen Wochen nicht wirklich, Druck allerdings schon und zwar «an jedem Berg. Doch ich habe versucht, stark zu bleiben. Das ist mir gelungen und hat mir zusätzlichen Schwung verliehen.»

Bleibt Thomas bei Sky?

Thomas machte auf den Tour-Zweiten Tom Dumoulin in sieben Etappen Zeit gut. Erst im langen Zeitfahren am vorletzten Tag war der Niederländer erstmals um ein paar Sekunden schneller. «Geraint ist ein grosser Kämpfer, der nie aufgibt und der schon als Junior immer gewinnen wollte», sagt David Brailsford. Für den Sky-Generaldirektor war der Schlüssel zum Tour-Triumph der Dauphiné-Sieg: «Das gab seinem Selbstvertrauen den nötigen Schub.»

Wie Froome steht auch Thomas seit 2010, als das britische Team gegründet worden ist, bei Sky unter Vertrag. Ende Jahr läuft dieser nun aus. Der Dominator der 105. Tour de France mochte sich am Wochenende seines grössten Triumphs nicht in die Karten blicken lassen, wie es für ihn weitergeht: «Darum kümmere ich mich später. Jetzt will ich nur feiern.» Brailsford allerdings glaubt, dass Thomas bei Sky bleiben wird: «Er war immer loyal, da hatte ich nie den geringsten Zweifel. Wenn das Team ihn brauchte, war er immer da. Nach all den Jahren des Gebens wurde er nun selbst belohnt.»

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