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Vorjahressieger Chris Froome steht vor einem echten Härtetest

Chris Froome stehen drei harte Wochen bevor. Der Brite strebt in der Tour de France den fünften Gesamtsieg an. Nach dem Doping-Freispruch muss er sich nicht nur den Angriffen der Konkurrenz stellen.
Der britische Vorjahressieger Chris Froome bei der Teampräsentation am Donnerstag in La Roche-sur-Yon (Bild: KEYSTONE/AP/CHRISTOPHE ENA)

Der britische Vorjahressieger Chris Froome bei der Teampräsentation am Donnerstag in La Roche-sur-Yon (Bild: KEYSTONE/AP/CHRISTOPHE ENA)

(sda)

Die juristischen Hürden hat Chris Froome, der Captain der britischen Mannschaft Sky, mit der Hilfe seiner Anwälte gerade noch rechtzeitig vor dem Start zur 105. Tour de France am Samstag auf der Atlantik-Insel Noirmoutier beiseite geräumt. Die Frage bleibt, wie der Brite auf dem Weg zu seinem vierten Tour-Sieg in Folge mit dem aussergewöhnlichen Druck umgeht, der auf ihm lastet. Sein Trainer Tim Kerrison ist überzeugt: «Wenn Chris gefordert ist, kann er alles zur Seite schieben und liefern.»

Abseits der Rennstrecke weht Froome weiter ein rauer Wind entgegen. Die Kritiker sind auch nach seinem Freispruch nicht verstummt. Sie fordern vom Weltverband UCI Erklärungen, weshalb Froome nicht sanktioniert worden ist, nachdem bei ihm im letzten September an der Spanien-Rundfahrt überhöhte Werte des Asthmamittels Salbutamol gemessen worden waren.

Bleibt abzuwarten, wie Froome von den Zuschauern in Frankreich aufgenommen wird. Der 33-Jährige hat angekündigt, sich abseits der Rennstrassen wie einst Lance Armstrong von einem Bodyguard begleiten lassen zu wollen. In der Vergangenheit sah sich Froome schon mehrfach Anfeindungen ausgesetzt. Er wurde übel beschimpft oder 2015 sogar mit Urin beworfen. Der UCI-Präsident David Lappartient forderte die Zuschauer am Mittwoch in einer Video-Botschaft zur Zurückhaltung auf.

Konkurrenz wittert ihre Chance

Rein sportlich gesehen ist Froome seit geraumer Zeit unbestritten. Die Tour dominiert er seit 2013 praktisch nach Belieben. Bei den letzten fünf Austragungen wurde er nur einmal besiegt, als er 2014 in der verregneten 5. Etappe nach zwei Stürzen aufgeben musste. Selbst als die Strecke im letzten Jahr nicht auf ihn zugeschnitten war, liess Froome der Konkurrenz keine Chance. Im Mai gewann er erstmals den Giro d'Italia und strebt nun das seltene Double aus Giro und Tour an - wie es zuletzt 1998 Marco Pantani gelungen war.

Trotz der Überlegenheit von Froome ist die Frage nach den Favoriten heuer so spannend wie selten. Die Gegner wittern ihre Chance, weil Froome den Giro in den Knochen hat. Zudem könnte der umstrittene Freispruch an ihm nagen.

Besonders Movistar und BMC wollen an der Dominanz von Sky rütteln. Das spanische Team Movistar schickt mit Nairo Quintana, Mikel Landa und Alejandro Valverde gleich drei Fahrer ins Rennen, die alle schon mindestens Vierter in der Gesamtwertung waren.

BMC setzt alles auf die Karte Richie Porte. Der 33-jährige Australier musste im Vorjahr nach einem Sturz in der 9. Etappe seine Träume vom Gesamtsieg jäh begraben. Mit dem Triumph an der Tour de Suisse holte sich Porte den nötigen Schwung für einen neuerlichen Angriff bei der «Grande Boucle».

Ebenfalls als aussichtsreiche Herausforderer von Froome lauern Tom Dumoulin (Giro-Sieger 2017), Rigoberto Uran (Zweiter 2017) Vincenzo Nibali (Sieger 2014), Adam Yates (Vierter 2016) und Romain Bardet. Bardet beendete die Tour zuletzt zweimal auf dem Podest und will 33 Jahren nach Bernard Hinault endlich wieder für einen Sieg eines Einheimischen sorgen. Allerdings kommen Bardet die vielen Zeitfahr-Kilometer mit dem Mannschaftszeitfahren in der 3. und dem Einzelzeitfahren in der vorletzten Etappe überhaupt nicht entgegen.

Kittel unter Druck, Sagan zurück

Auch bei den Sprintern erweist sich die Ausgangslage als äusserst spannend. Marcel Kittel, im Vorjahr fünffacher Etappensieger, hat nach seinem Wechsel zu Katjuscha-Alpecin heuer erst zwei Tagessiege auf seinem Konto. Zu den Anwärtern auf das grüne Trikot des punktbesten Fahrers zählen nebst Michael Matthews, der das Trikot 2017 nach dem Sturz von Kittel in der letzten Woche «geerbt» hatte, auch Fernando Gaviria, André Greipel, Arnaud Démare, Alexander Kristoff und Peter Sagan. Der dreifache Strassen-Weltmeister Sagan wurde 2017 nach einem grenzwertigen Fahrverhalten im Sprintfinale der 4. Etappe ausgeschlossen. Nun will der Slowake, zuvor fünfmal Gewinner des grünen Trikots, sportlich zurückschlagen.

Zu absolvieren hat das auf dieses Jahr hin auf 176 Fahrer reduzierte Feld ab Samstag 21 Etappen und insgesamt 3351 km. Während 23 Tagen stehen sechs Bergetappen mit drei Bergankünften im Programm. Die Höhepunkte der diesjährigen Tour sind die Kopfsteinpflaster-Passagen von Roubaix in der 9. Etappe oder die Fahrt auf die Alpe d'Huez vier Tage später. Spektakel verspricht in der letzten Woche auch die 65 km kurze 17. Etappe mit drei happigen Steigungen.

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