Skispringen

Wenn das Gefühl besser ist als der Sprung

Die Schweizer Skispringer enttäuschen auch beim zweiten Wettkampf des Heim-Weltcups in Engelberg. Gregor Deschwanden schafft es mit dem 25. Platz erneut als einziger in die Punkte.

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Gregor Deschwanden ist nicht zufrieden. Er hätte mehr drauf.

Gregor Deschwanden ist nicht zufrieden. Er hätte mehr drauf.

KEYSTONE/URS FLUEELER
(sda)

Deschwanden rettete die Ehre der Swiss-Ski-Springer wie schon am Samstag (27.), so richtig zufrieden konnte er mit seinen Sprüngen auf 122 und 125,5 m aber damit nicht sein. «Das Sprünge fühlen sich eigentlich besser an, als sie dann fliegen», stellte der 29-jährige Luzerner fest. «In der Mitte des Sprungs fehlt dann etwas der Speed. Vielleicht muss ich die ganze Sache noch etwas aggressiver angehen.»

Dass er nach dem positiven Corona-Tests beim Schweizer Nationaltrainer Ronny Hornschuh bis am Donnerstag in der häuslichen Quarantäne steckte, wollte Deschwanden nicht als Ausrede gelten lassen. «Es war zwar langweilig, aber ich war selber ja nicht krank und konnte in der Wohnung etwas trainieren. Physisch bin ich top.» Vielleicht sei durch die fast zweiwöchige Pause seit dem 9. Platz in Nischni Tagil ja auch etwas das Fluggefühl verloren gegangen. Zudem lag die Titlis-Schanze in Engelberg ausgerechnet dem Zentralschweizer noch nie so richtig.

Nach schwierigen letzten Jahren fällt Deschwandens Bilanz nach dem ersten Teil der Saison dennoch positiv aus. Sein Grundsprung reicht immer für die Top 30. «Um in die Top 15 zu springen, braucht es aber noch ein bisschen extra. Und klar: Hier in Engelberg habe ich mir schon etwas mehr erwartet.» Dominik Peter (44.) und vor allem Simon Ammann, der sogar die Qualifikation für den Wettkampf verpasste, hatten aber viel mehr Grund, unzufrieden zu sein. Aktuell stehen einzige Deschwanden und der 19-jährige Peter als Schweizer Teilnehmer an der Vierschanzentournee fest.

Nichts falsch machen kann derzeit hingegen der Norweger Halvor Egner Granerud (141,5 und 135,5 m). Der 24-Jährige aus Oslo sprang bei seinem Sieg Ende November in Kuusamo erstmals auf ein Weltcup-Podest - und gewann seither alle fünf Springen im Rahmen des Weltcups. Einzig an der Skiflug-WM musste er sich hauchdünn Markus Eisenbichler geschlagen geben. Der Deutsche wurde nun dafür in Engelberg Zweiter.