YB-Fans trotz Corona im Meisterrausch - Flaniermeile kurz gesperrt

Bern im Banne der Young Boys: Tausende YB-Fans haben am Freitagabend in der Bundesstadt den 14. Meistertitel ihres Vereins gefeiert. Aus Sorge um Corona-Ansteckungen war die Polizei mit einem Grossaufgebot präsent.

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Grenzenloser Jubel in Bern nach dem Titel-Hattrick.
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YB-Fans zünden Pyrotechnika, um den 14. Meistertitel ihres Vereins zu feiern.
Im Meisterrausch gingen die Corona-Regeln in Bern zuweilen unter.

Grenzenloser Jubel in Bern nach dem Titel-Hattrick.

Keystone/ANTHONY ANEX
(sda)

Die Aarbergergasse beim Bahnhof, eine bekannte Ausgehmeile, drohte zwischenzeitlich aus allen Nähten zu platzen. Die Polizei schränkte den Zutritt vorübergehend ein, wie sie auf Twitter bestätigte. «Wir haben Verständnis für den Freudentaumel. Allerdings feiert auch Corona mit, daher bitte Abstand halten.»

Das war nicht mehr als ein frommer Wunsch, als der Meistertitel der Young Boys um 22.24 Uhr feststand. Die Begeisterung der Fans kannte keine Grenzen mehr. Die Leute lagen sich in den Armen und feierten ausgelassen. Pyrotechnika wurde gezündet, Rauch stieg vor allem in der Aarbergergasse hoch.

Gegen Mitternacht war die Gasse wieder offen und nicht mehr dicht gefüllt, wie ein Augenschein vor Ort zeigte. Viele Fans hatten es ohnehin vorgezogen, das Spiel im kleinen Kreis oder irgendwo in einer Gartenbeiz zu verfolgen.

Der Berner Gemeinderat hatte bereits am Donnerstag die Fans aufgerufen, einen allfälligen Meistertitel gesittet zu feiern und an die Gefahren von Corona zu denken.

Keine Freinacht

Am Freitagabend gratulierte die Stadtregierung den Young Boys zum dritten Titel in Serie. Auf eine Freinacht müsse leider verzichtet werden, Feierlichkeiten im kleineren Rahmen seien aber möglich. Dabei zählte die Stadt auf die Solidarität und Verantwortung der Fans.

Stadtpräsident Alec von Graffenried konnte seine Freude über den Titel nicht verhehlen: «Trotz Lockdown, engem Spielplan und leeren Rängen liess sich YB nie beirren und brachte den Meisterpokal souverän heim nach Bern», erklärte er in einem Communiqué.

Sicherheitsdirektor Reto Nause rief die Fans auf, beim Feiern Mass zu halten - auch mit Blick auf die steigenden Covid-19-Fallzahlen.