Zwei alte Milanisti als Gegenspieler an der Linie

Mehr als ein Jahrzehnt prägen sie Milans Mittelfeld. Am Sonntag werden sich Gennaro Gattuso und Andrea Pirlo erstmals als Cheftrainer gegenüberstehen: im Serie-A-Spiel Napoli gegen Juventus Turin.

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An Leidenschaft und Temperament fehlt es Gennaro Gattuso nicht
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Der neue starke Mann auf Juves Trainerbank: Andrea Pirlo

An Leidenschaft und Temperament fehlt es Gennaro Gattuso nicht

KEYSTONE/EPA ANSA/DANIEL DAL ZENNARO
(sda/apa/reu)

Hatte der 42-jährige Napoli-Coach Gattuso bereits einige Jahre an Seitenlinien verbracht, übernahm der ein Jahr jüngere Pirlo erst diesen Sommer bei Juventus seinen ersten Posten als Cheftrainer.

Juve gegen Napoli hat sich in den vergangenen Jahren in Italien auch als Duell des reichen Nordens gegen den ärmeren Süden positioniert. Der Serienmeister aus Turin behielt das bessere Ende meistens für sich. Im Juni bezwang Napoli den Rivalen allerdings im Final der Coppa Italia nach Penaltyschiessen. Aktuell weist Napoli nach zwei Runden in der Meisterschaft zwei Siege vor. Juventus leistete sich in am letzten Wochenende mit einem 2:2 bei der AS Roma den ersten Punktverlust.

Gattuso, der gemeinsam mit Pirlo 2006 Weltmeister geworden war, gab seinem ehemaligen Teamkollegen vor dem Aufeinandertreffen einen Rat. «Er hat Glück, bei Juventus zu starten. Aber in dieser Arbeit ist eine grosse Karriere als Spieler nicht genug. Man muss lernen, hart zu arbeiten, und man bekommt nicht viel Schlaf», sagte der aus Kalabrien stammende Gattuso. Er war stets als kampfkräftiger Spieler, aber auch als Hitzkopf bekannt.

Der in der Provinz Brescia in Norditalien aufgewachsene Pirlo gab immer den eleganten Spielmacher ab. «Ich habe verstanden, was ich zu tun hatte, und er machte den Rest. Er half mir viel mehr in meiner Karriere als ich ihm», sagte Gattuso über die seinerzeitige Rollenverteilung bei Milan. Pirlo gab in seiner Autobiografie Anekdoten aus der gemeinsamen Zeit zum Besten: «Wenn er wütend war, gingen wir ihm aus dem Weg. Sobald er sich wieder beruhigt hatte und in seinem Zimmer verschwunden war, stapelten wir die Sofas vor der Tür und blockierten seinen Ausgang.»