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Barclays-Chef muss Strafe wegen "Whistleblower"-Affäre zahlen

Die britischen Aufsichtsbehörden haben gegen Barclays-Chef Jes Staley in der "Whistleblower"-Affäre eine Geldbusse von 642'000 Pfund (872'000 Franken) verhängt. Staley hatte mit Hilfe von Ermittlern versucht, den Urheber mehrerer Beschwerdebriefe zu identifizieren.
Umgerechnet 872'000 Franken Busse muss Barclays-Chef Jes Staley bezahlen. (Bild: Keystone/EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA)

Umgerechnet 872'000 Franken Busse muss Barclays-Chef Jes Staley bezahlen. (Bild: Keystone/EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA)

(sda/reu)

Es war das erste Mal, dass die britischen Aufsichtsbehörden die neue Gesetzeslage nutzen, um einen amtierenden Chef einer Grossbank zu sanktionieren. Die Behörden kritisierten den 61-Jährigen Amerikaner scharf, doch letztlich kam Staley glimpflich davon.

Die Aufseher verzichteten auf die Absetzung des Barclays-Chefs. Zudem wurde die Busse um 30 Prozent gesenkt, weil er sich früh zu einem Vergleich bereit erklärt hatte. Die Untersuchung der US-Behörden dauert an.

Die Financial Conduct Authority (FCA) erklärte am Freitag zwar, Staleys Handeln habe nicht den Ansprüchen an einen Chef eines regulierten Unternehmens entsprochen. Allerdings verzichteten die FCA und die Prudential Regulation Authority der Bank of England darauf, ihm die Eignung abzusprechen.

"Ich habe wiederholt eingeräumt, dass meine persönliche Verwicklung in diesem Fall unangemessen war und habe mich für die von mir gemachten Fehler entschuldigt", sagte Staley. Barclays hatte den Konzernchef bereits 2017 abgemahnt und sein Gehalt für 2016 um eine halbe Million Pfund gekürzt, weil er sich zweimal in die Suche nach dem unbekannten Urheber der Beschwerdebriefe einschaltete.

Barclays hatte viel Energie darauf verwendet, den Autor zu identifizieren. In den Briefen ging es um "Vorwürfe persönlicher Natur" gegen einen hochrangigen Mitarbeiter. Staleys Büro schickte eine Kopie des ersten Beschwerdebriefs an einen Barclays-Mitarbeiter in den USA, der seine "Kontakte" nutzte. Diese teilten der Bank mit, wann und wo das Porto für den ersten Brief gekauft wurde, erklärten die Aufseher in ihrem Bericht. Die Sicherheitsabteilung versuchte dann erfolglos, Videoaufzeichnungen des Briefmarken-Käufers zu erhalten.

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