Coronakrise lässt US-Arbeitslosigkeit sprunghaft steigen

Die Coronavirus-Krise schlägt voll auf den US-Arbeitsmarkt durch. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind in der vergangenen Woche sprunghaft angestiegen.

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Die Anträge auf Arbeitslosenhilfe haben sich in den USA innerhalb einer Woche rund verzehnfacht.

Die Anträge auf Arbeitslosenhilfe haben sich in den USA innerhalb einer Woche rund verzehnfacht.

KEYSTONE/AP/John Minchillo
(sda/awp/dpa/reu)

Die Zahl der Erstanträge hat sich von 282'000 in der Vorwoche auf nunmehr rund 3,3 Millionen verzehnfacht, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte.

Die Erstanträge gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der grössten Volkswirtschaft der Welt. Analysten hatten in dieser Woche mit einer starken Zunahme gerechnet. In der Vorwoche - zu Beginn der Epidemie in den USA - waren die Erstanträge um 70'000 auf 281'00 angestiegen.

330 Millionen Amerikaner in Ausgangsbeschränkungen

Die rasante Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 hat das öffentliche Leben in weiten Teilen der USA zum Erliegen gebracht. Fast die Hälfte der rund 330 Millionen Amerikaner unterliegen nun von Bundesstaaten verhängten Ausgangsbeschränkungen. Viele Geschäfte sind geschlossen, Restaurants und Hotels bleiben leer, zahllose Reisen wurden abgesagt. Viele Mitarbeiter geschlossener Unternehmen müssen daher Arbeitslosenhilfe beantragen.

Entlassungen sind in den USA in der Regel wesentlich schneller möglich als etwa in Deutschland. In den USA gab es bislang auch keine Regelung wie das deutsche Kurzarbeitergeld, die den Arbeitsmarkt in Krisensituationen stabilisiert.

Mit einem Konjunkturpaket, mit dem der US-Kongress rund 2 Billionen Dollar in die Wirtschaft pumpen will, wird die bislang sehr begrenzte Arbeitslosenhilfe ausgeweitet. Zudem soll es Arbeitgebern möglich sein, Angestellte für bis zu vier Monate zu beurlauben anstatt sie zu entlassen. In dieser Zeit würde der Staat für das Gehalt aufkommen. Das Gesetzespaket muss aber diese Woche erst noch vom Repräsentantenhaus beschlossen werden.

Rezession erwartet

Das gesamte Ausmass der wirtschaftlichen Verwerfungen der Coronavirus-Pandemie ist immer noch nicht absehbar. Viele Analysten befürchten inzwischen aber einen dramatischen Einbruch im zweiten Quartal und eine Rezession aufs ganze Jahr betrachtet. Der US-Kongress hat in der Nacht zum Donnerstag ein massives Konjunkturpaket auf den Weg gebracht, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Epidemie abzufedern. Als Teil des Pakets soll auch die Arbeitslosenhilfe deutlich ausgeweitet werden.

Manche Analysten gingen davon aus, dass die Zahlen der Erstanträge in Wirklichkeit noch dramatischer waren als am Donnerstag bekanntgegeben, weil viele Staaten zuletzt mit der Flut der Erstanträge überfordert waren.