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Ex-Renault-Chef erneut in Haft

Vier Wochen nach seiner Freilassung aus der Untersuchungshaft hat die Staatsanwaltschaft in Tokio Ex-Renault- und Nissan-Chef Carlos Ghosn wieder festgenommen. Als Grund nannten die Ermittler die Gefahr, dass der 64-jährige Manager Beweismittel beseitigen könnte.
Der in Japan angeklagte Atomanager Carlos Ghosn hat auf Twitter angekündigt, den Medien kommende Woche «die Wahrheit» zu sagen. (Bild: KEYSTONE/AP Kyodo News/TAKUYA INABA)

Der in Japan angeklagte Atomanager Carlos Ghosn hat auf Twitter angekündigt, den Medien kommende Woche «die Wahrheit» zu sagen. (Bild: KEYSTONE/AP Kyodo News/TAKUYA INABA)

(sda/awp/dpa)

Sie warfen ihm vor, über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren Nissan um fünf Millionen Dollar geschädigt zu haben - mit dem Ziel, sich persönlich zu bereichern. «Meine Festnahme heute Morgen ist ungeheuerlich und unbegründet», liess Ghosn über einen Sprecher per E-Mail mitteilen.

Er warf den japanischen Behörden vor, ihn durch die erneute Verhaftung mundtot machen zu wollen: «Ich wollte meine Version der Geschichte in der kommenden Woche auf einer Medienkonferenz präsentieren. Mit der erneuten Inhaftierung hat die Staatsanwaltschaft mir diese Möglichkeit verwehrt, für den Moment.»

Hilferuf nach Frankreich

Ghosn war Ende 2018 in Tokio wegen des Verdachts der Untreue verhaftet und Anfang März gegen eine Kaution von umgerechnet acht Millionen Euro aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Er bekam dafür zahlreiche Auflagen, darunter das Verbot, das Internet zu nutzen oder Textnachrichten zu senden und zu empfangen.

Am Mittwoch hatte er dennoch über Twitter eine Medienkonferenz angekündigt, auf der er sich zur Sache äussern wolle. «Ich bin unschuldig», sagte Ghosn in einem am Donnerstag ausgestrahlten Interview mit den französischen Fernsehsendern TF1 und LCI.

Darin bat der Manager, der die französische, libanesische und brasilianische Staatsbürgerschaft besitzt, Frankreich um Hilfe: «Ich fordere die französische Regierung auf, mich zu verteidigen und meine Rechte als Bürger zu verteidigen.» Der Französische Finanzminister Bruno Le Maire sagte im französischen Fernsehen, es müsse die Unschuldsvermutung gelten.

Anwalt kritsiert Inhaftierung

Ghosns Anwalt Junichiro Hironaka nannte das Vorgehen der Ankläger völlig unangemessen. Auch Rechtsexperten bezeichneten die erneute Inhaftierung als ungewöhnlich: «Es ist nicht üblich, dass jemand einen Monat, nachdem er auf Kaution freigelassen wurde, wieder festgenommen wird», sagte Rechtsanwalt Nobuo Gohara, der nicht mit dem Fall befasst ist.

Ghosns Verteidigern zufolge beschlagnahmten die Ermittler Papiere und Notizbücher sowie das Mobiltelefon von Ghosns Ehefrau Carole. Die Staatsanwaltschaft wollte sich dazu nicht äussern. Der Sender NHK hatte berichtet, die Staatsanwaltschaft habe am Morgen seinen Wohnsitz in Tokio mit mehr als zwölf Beamten betreten und habe ihn gebeten, sich einer Befragung zu unterziehen. Später habe ein silberner Van das Gelände verlassen.

Am Mittwoch hatten japanische Tageszeitungen berichtet, dass die Ankläger eine weitere Anklageschrift gegen Ghosn vorbereiteten, die fragliche Zahlungen des Autobauers an einen Geschäftspartner in Oman betreffen. Ein Ghosn-Sprecher erklärte dazu, die über neun Jahre gezahlten 32 Millionen Dollar an einen Nissan-Händler in Oman seien nicht von Ghosn angewiesen worden.

tt/

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