Frankreichs Schuldenberg wächst wegen Lockdown

Die französische Regierung rechnet wegen der hohen Kosten für den gerade begonnenen zweiten Lockdown im Kampf gegen die Corona-Pandemie mit einer weiter steigenden Staatsverschuldung.

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Bruno Le Maire, Frankreichs Minister für Wirtschaft und Finanzen, sieht sich einem wachsenden Schuldenberg wegen der Coronakrise gegenüber.

Bruno Le Maire, Frankreichs Minister für Wirtschaft und Finanzen, sieht sich einem wachsenden Schuldenberg wegen der Coronakrise gegenüber.

KEYSTONE/DPA/KAY NIETFELD
(sda/reuters)

Die Verbindlichkeiten dürften in diesem Jahr bei 119,8 Prozent der Wirtschaftsleistung liegen, sagte Finanzminister Bruno Le Maire der Zeitung «Le Parisien» (Samstagausgabe). Bislang war er von 117,5 Prozent ausgegangen. Die EU-Regeln sehen eigentlich eine Obergrenze von lediglich 60 Prozent zu.

In Frankreich begann am Freitag ein einmonatiger Lockdown, nachdem die Zahl der Neuinfektionen zuletzt deutlich gestiegen war. In den vergangenen 24 Stunden kamen 49'215 neue Fälle hinzu, rund 1500 mehr als am Donnerstag. Um Unternehmen für die entstehenden Umsatzeinbussen zumindest teilweise zu entschädigen, will die Regierung zusätzliche 20 Milliarden Euro ausgeben.

Die jüngsten Massnahmen zur Eindämmung des Virus dürften die zweitgrösste Volkswirtschaft der Währungsunion zum Jahresende bremsen. Im Gesamtjahr 2020 werde das Bruttoinlandprodukt wohl um 11 Prozent einbrechen, sagte der Minister. Er hoffe dann auf ein ordentliches Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr.