Italiens Wirtschaft schrumpft stärker als gedacht

Die Virus-Pandemie trifft Italien heftiger als erwatet. Das Bruttoinlandsprodukt sank zwischen April und Juni um 12,8 Prozent zum Vorquartal und schrumpfte damit in Rekordtempo, wie das nationale Statistikamt am Montag mitteilte.

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Die Touristen bleiben weg, die Wirtschaft stürzt in die Rezession: keine Touristen beim Römer Trevi-Brunnen (Bild vom März 2020).

Die Touristen bleiben weg, die Wirtschaft stürzt in die Rezession: keine Touristen beim Römer Trevi-Brunnen (Bild vom März 2020).

KEYSTONE/EPA/ANSA/ALESSANDRO DI MEO
(sda/awp/reu)

Es revidierte damit den bisher ermittelten Wert von minus 12,4 Prozent. Die Corona-Krise mit den vielen Einschränkungen belastete vor allem Verbraucher, Unternehmen und Aussenhandel.

Die Ausgaben für den privaten Konsum purzelten im Frühjahr um 8,7 Prozent, während die Investitionen um fast 15 Prozent sanken und die Exporte um 26,4 Prozent einbrachen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal verlor die Wirtschaft insgesamt 17,7 Prozent an Fahrt.

In Italien sind bislang 35'500 Menschen gestorben, die positiv auf das Coronavirus gestestet wurden. Damit ist das Land besonders stark von dem Virus-Ausbruch betroffen.

Starke Rezession

Es erwartet wegen der strikten Einschränkungen im Kampf gegen die Pandemie eine starke Rezession für 2020. Die EU-Kommission rechnet damit, dass die nach Deutschland und Frankreich drittgrösste Volkswirtschaft der Euro-Zone im Gesamtjahr um 11,2 Prozent einbricht.

Die offizielle Prognose der Regierung in Rom liegt bei einem Minus von acht Prozent. Doch Wirtschaftsminister Roberto Gualtieri hat bereits signalisiert, dass diese Schätzung wohl noch gesenkt werden müsse. Gualtieri betonte jüngst allerdings auch, dass das laufende dritte Quartal nun starkes Wachstum bringen dürfte.