Kampf gegen Geldwäsche drückt Gewinn von Bank ABN Amro

Höhere Kosten für die Bekämpfung von Geldwäsche haben den Gewinn der niederländischen Grossbank ABN Amro gedrückt. Das Nettoergebnis fiel im dritten Quartal um ein Viertel auf 558 Millionen Euro, wie ABN Amro am Mittwoch mitteilte.

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Die holländische Grossbank ABN Amro hat derzeit an vielen Fronten zu kämpfen. (Bild: KEYSTONE/AP/Peter Dejong)

Die holländische Grossbank ABN Amro hat derzeit an vielen Fronten zu kämpfen. (Bild: KEYSTONE/AP/Peter Dejong)

(sda/awp/reu)

Die holländischen Behörden haben dem Konzern eine Strafe angedroht, weil er jahrelang verdächtige Zahlungen nicht gemeldet und Geldwäsche nicht erkannt hat, wie im Sommer bekannt wurde. Bankchef Kees van Dijkhuizen sagte, er wisse nicht, wann die Ermittlungen der Behörden beendet werden und zu welchem Ergebnis sie führen.

Zahlreiche Banken in Europa sind zuletzt von Geldwäsche-Skandalen erschüttert worden. Der ABN-Amro-Konkurrent ING musste deshalb im September 2018 eine Rekordstrafe von 775 Millionen Euro zahlen. Auch der Geldwäsche-Skandal um die Danske Bank und Ermittlungen gegen die Swedbank haben in den vergangenen Monaten immer wieder für Aufsehen gesorgt.

Auftrag der Zentralbank

ABN Amro muss auf Anordnung der niederländischen Zentralbank (DNB) alle Privatkunden in den Niederlanden auf mögliche Geldwäsche oder andere kriminelle Aktivitäten überprüfen. Das treibt die Kosten in die Höhe. Daneben setzen die niedrigen Zinsen den Niederländern zu. «Wenn die Zinsen so niedrig bleiben, werden wir unser Ziel einer Kosten-Ertragsquote von 56 bis 58 Prozent nicht mehr erreichen können», sagte Dijkhuizen. Im dritten Quartal stieg sie auf 59,4 Prozent.

Sparer mit Einlagen von weniger als 100'000 Euro will ABN Amro von Strafzinsen verschonen. Damit seien rund 95 Prozent der Kunden und 40 Prozent der Einlagen von Negativzinsen ausgenommen, sagte Dijkhuizen.

Kreditinstitute zahlen seit fünf Jahren Strafzinsen, wenn sie überschüssige Einlagen bei der EZB parken. Der sogenannte Einlagensatz liegt aktuell bei minus 0,5 Prozent. Immer mehr Institute in Europa geben diese Kosten an Privatkunden mit hohen Einlagen weiter. Firmenkunden müssen schon länger Strafzinsen zahlen.