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Kandidat für Raiffeisenpräsidium steht in den Startlöchern

Der Kandidat für die Spitze des Raiffeisen-Verwaltungsrates soll am morgigen Freitag vorgestellt werden. Die Neubesetzung des Amtes ist ein wichtiger Teil der Erneuerung der ganzen Gruppe nach der Affäre um den ehemaligen Chef Pierin Vincenz.
Wer soll nach der Affäre Vincenz bei Raiffeisen aufräumen? Am Freitag gibt die Genossenschaft den Kandidaten für die Spitze des Verwaltungsrates bekannt. (Bild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Wer soll nach der Affäre Vincenz bei Raiffeisen aufräumen? Am Freitag gibt die Genossenschaft den Kandidaten für die Spitze des Verwaltungsrates bekannt. (Bild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

(sda/awp)

Raiffeisen will am Freitagabend nach Börsenschluss informieren, schrieb eine Sprecherin der Nachrichtenagentur AWP. Sie bestätigte damit einen Bericht der Tamedia-Zeitungen. Zum Namen des Kandidaten könne Raiffeisen noch keine Angaben machen, da es sich um eine ad-hoc-pflichtige Information handle.

Im März hatte Verwaltungsratspräsident Johannes Rüegg-Stürm wegen der Affäre um das Geschäftsgebaren des früheren Raiffeisen-Chefs Pierin Vincenz den Hut nehmen müssen. Interimistisch wird das Amt nun von Vizepräsident Pascal Gantenbein geführt. Dieser hatte zwar im Juni noch seinen Hut in den Ring geworfen, zog aber seine Kandidatur einen Monat später wieder zurück. Er will aber Mitglied des Gremiums bleiben.

Erneuerung Vorgabe der Finma

Insgesamt sollen bis zur ausserordentlichen Generalversammlung vom 10. November neben einem neuen Präsidenten vier bis fünf neue Verwaltungsräte gefunden werden. Bis Ende Jahr wird sich zudem auch Raiffeisen-Chef Patrik Gisel von der Genossenschaft verabschieden.

Die Raiffeisen-Gruppe ist seit Monaten wegen der Affäre um den früheren Chef Pierin Vincenz in den Schlagzeilen. Die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Vincenz wegen möglicher ungetreuer Geschäftsbesorgung. Der Banker, der 17 Jahre an der Spitze von Raiffeisen war, soll bei Firmenübernahmen der Kreditkartengesellschaft Aduno und der Investmentgesellschaft Investnet ein Doppelspiel gespielt und persönlich abkassiert haben. Er sass deswegen während rund 15 Wochen in Untersuchungshaft.

In Folge der Affäre warf die Finanzmarktaufsicht Finma dem Raiffeisen-Verwaltungsrat in einem Untersuchungsbericht grobe Versäumnisse vor. Der Verwaltungsrat habe die Aufsicht über Vincenz vernachlässigt, stellten die Bankenaufseher fest. Die Finma verfügte weitere Massnahmen «zur Wiederherstellung des ordnungsgemässen Zustands».

So muss sich der Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz erneuern und fachlich verstärken, mindestens zwei Mitglieder müssen dabei «angemessene Erfahrung im Bankwesen» haben.

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