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Bei Komax folgt auf den Rekordgewinn eine Delle

Komax hat ein Rekordjahr hinter sich. Doch der Hersteller von Maschinen für Kabelverarbeitung erwartet für dieses Jahr deutlich weniger gute Zahlen.
Rainer Rickenbach
Blick in die Produktion des Kabelherstellers Komax in Dierikon. Bild: Dominik Wunderli (14. März 2019)

Blick in die Produktion des Kabelherstellers Komax in Dierikon. Bild: Dominik Wunderli (14. März 2019)

Mehr Bestellungen, mehr Umsatz, mehr Gewinn: Bei der Dierikoner Komax lief das Geschäft 2018 in allen Weltregionen wie geschmiert (siehe Tabelle unten). «Es war ein Rekordjahr», bilanzierte Verwaltungsratspräsident Beat Kälin am Donnerstag am Medientermin in Zürich. «Doch leider konnten wir uns nur kurz darüber freuen, denn in den ersten zwei Monaten dieses Jahres mussten wir ­einen unerwartet hohen Bestellungsrückgang hinnehmen.» ­Einige Anleger bekamen wohl deshalb kalte Füsse. Der Aktienkurs von Komax verlor am Donnerstag trotz des Spitzenergebnisses mehr als 16 Prozent.

Ursache für die abrupte Trendwende bei den Bestellungseingängen sind die grossen Unsicherheiten, mit denen die Automobilindustrie zu kämpfen hat. Wegen des Handelszwistes zwischen China und den USA, den möglichen Zollerhöhungen für europäische Autos in den USA oder unabsehbaren Auflagen zum Schutz der Umwelt üben sich die Autokonzerne bei den Investitionen in Zurückhaltung. Das bekommt der Hersteller von Maschinen für Kabelverarbeitung zu spüren, denn 80 Prozent seines Umsatzes entfallen auf das Automobilgeschäft. Den anderen Automobilindustrie-Zulieferanten, wie zum Beispiel Schmolz+Bickenbach, ergeht es gleich.

Investitionen in Forschung und Gebäude

Komax-CEO Matijas Meyer rechnet deshalb für das erste halbe Jahr mit einem vergleichsweise schleppenden Geschäftsgang. Doch bald danach kehrt Komax, so ist er überzeugt, wieder auf den Wachstumspfad zurück. «Die Automobilindustrie wird früher oder später ihre Zurückhaltung ablegen. Die zunehmende Elektrifizierung der Autos spielt uns als Weltmarktführer in der Kabelverarbeitungsautomation in die Hände», sagte Meyer. Chancen böten etwa die Elektromobilität, das autonome Fahren und die Digitalisierung. Er ist überzeugt, dass Komax die vor zwei Jahren beschlossenen strategischen Ziele für 2021 trotz der Delle erreichen wird.

Diese sehen unter anderem einen Jahresumsatz von 500 bis 600 Millionen Franken und einen Betriebsgewinn in der Bandbreite von 80 bis 100 Millionen Franken vor. Um die Ziele zu erreichen, investieren die Dierikoner grosse Summen. Den Etat für Forschung und Entwicklung stocken sie auf über 40 Millionen Franken auf, er entspricht 8,6 Prozent des Umsatzes. Die Ingenieure entwickeln bereits bestehende Maschinen weiter und arbeiten an neuen ­digitalen Lösungen. Meyer: «Unabhängig von der Anzahl produzierter Fahrzeuge spüren unsere Kunden einen starken Druck, die Automatisierung zu erhöhen.» Weil in Osteuropa die Lohnkosten für manuelle Kabelverarbeitung gestiegen sind, wichen viele Autohersteller nach Nordafrika aus. Kommt hinzu, dass die Autokabel immer dünner werden und von Hand nur mehr schwer zu bearbeiten sind.

Höhere Dividende für die Aktionäre

Komax lässt sich auch den Ausbau der globalen Präsenz etwas kosten, das Unternehmen ist in allen Erdteilen präsent. Am Hauptsitz in Dierikon sowie an den Vertriebs- und Produktionsstätten in Deutschland und Ungarn sind zudem grössere bauliche Ausbauten im Gang, um die Kapazitäten auszubauen. «Die Investitionen erreichen zurzeit Spitzenwerte. In ein, zwei Jahren mitten sie sich wieder ein», erklärte Meyer. Der Ausbau in Dierikon wird 25'000 zusätzliche Quadratmeter Arbeitsfläche bringen und es ermöglichen, den gemieteten Aussenstandort in Küssnacht aufzugeben. In Rotkreuz besitzt das Unternehmen ein eigenes Firmenareal, der Betrieb dort wird weitergeführt. Komax beschäftigt weltweit mehr als 2000 Mitarbeitende, 670 von ihnen in der Zentralschweiz.

Die Aktionäre werden vom Rekordgewinn des zurückliegenden Jahres profitieren, die Dividende pro Aktie steigt um 50 Rappen auf 7 Franken. «Mit der Ausschüttungsquote von 52 Prozent bewegen wir uns am unteren Ende der Bandbreite. Ursache dafür sind die hohen Investitionen», erklärte Verwaltungsratspräsident Beat Kälin.

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