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Linde stellt sich auf schwächere Industriekonjunktur ein

Der Industriegase-Konzern Linde plc will in diesem Jahr die Früchte seiner Fusion ernten und damit einer nachlassenden Konjunktur trotzen.
Linde stellt sich auf schwächere Industriekonjunktur ein. (Bild: KEYSTONE/AP/MICHAEL PROBST)

Linde stellt sich auf schwächere Industriekonjunktur ein. (Bild: KEYSTONE/AP/MICHAEL PROBST)

(sda/awp/reu)

Der Umsatz werde 2019 nicht mehr so stark zulegen wie 2018, als die beiden Fusionspartner zusammen einen Zuwachs von fünf Prozent auf 28,1 Milliarden Euro verbuchten.

Linde erwartet, dass die Industrieproduktion 2019 an Schwung verliert. Die Margen des zum weltgrössten Gase-Hersteller aufgestiegenen Unternehmens sollen sich aber im Laufe des Jahres sukzessive verbessern, wie die Linde plc am Freitag mitteilte. Zudem sollen sich Grössen- und Einspareffekte des Zusammenschlusses in einem überproportional steigenden Gewinn je Aktie niederschlagen. «Unser Portfolio ist diversifiziert und widerstandsfähig», sagte Linde-Chef Steve Angel, der bisher an der Spitze von Praxair stand.

Die US-Kartellbehörde FTC hatte die Fusion erst am Freitag endgültig freigegeben. Sie hatte Linde und Praxair erhebliche Auflagen gemacht, weil sie eine zu grosse Marktmacht fürchtete. «Heute hat sich der Vorhang gehoben. Jetzt werden wir sofort an die Arbeit gehen», sagte Angel.

Im abgelaufenen Jahr lag der Nettogewinn im fortgeführten Geschäft - also ohne die verkauften Geschäftsteile - bei gut 3,4 Milliarden Dollar, das war ein Plus von acht Prozent. Gründe dafür waren höhere Margen und eine niedrigere Steuerquote, wie aus einer Präsentation von Finanzchef Matt White hervorging.

Linde musste Unternehmensteile mit einem Umsatz von vier Milliarden und einem operativen Gewinn von 819 Millionen Dollar verkaufen. Allein der bereits 2018 vollzogene Verkauf des Europa-Geschäfts von Praxair brachte einen Nettogewinn von 2,9 Milliarden Dollar, der in die Zahlen nicht eingerechnet ist.

Im laufenden Jahr will Linde beim Ergebnis je Aktie um acht bis zwölf Prozent zulegen, 2018 lag es bei 6,19 Dollar. Die Fusion soll in den nächsten drei Jahren mindestens 900 Millionen Dollar an Synergieeffekten bringen, verursacht zunächst aber 700 Millionen Dollar Kosten. «Wir haben fast das ganze erste Quartal damit zugebracht, Synergien zu heben», sagte Angel. Zu dem erwarteten Gewinnsprung je Aktie soll auch ein sieben Milliarden Dollar schweres Rückkaufprogramm beitragen, durch das die Zahl der Aktien sinkt. Damit schüttet Linde einen Grossteil der Erlöse aus dem Verkauf von Unternehmensteilen aus.

Vorfahrt für Investoren

Der von ehemaligen Praxair-Managern dominierte neue Linde-Vorstand stellte die Geschäftszahlen in einer Telefonkonferenz den Investoren vor. Journalisten durften keine Fragen stellen. Eine Bilanzpressekonferenz, wie sie in Deutschland üblich ist, ist nicht geplant - ein Novum für ein Unternehmen im Leitindex Dax. In den USA ist Praxair keine grosse Aufmerksamkeit gewohnt. In Deutschland gehört das Unternehmen mit einem Börsenwert von 84 Milliarden Euro aber zu den Schwergewichten im Dax. Die Führung der Linde plc ist amerikanisch geprägt und hat sich ganz den Aktionärs-Interessen verschrieben. White rechnete vor, dass der Konzern mit Dividenden, Aktienrückkäufen und der Abfindung der restlichen Aktionäre der Linde AG binnen zwei Jahren insgesamt 14 Milliarden Dollar ausschütten werde.

Linde und Praxair mussten auch nach der Fusion monatelang am Markt als Konkurrenten auftreten. Erst am Freitag hob die FTC die Auflagen auf, nachdem der Konzern die letzten Bedingungen für den Zusammenschluss erfüllt hatte.

Die US-Behörden und andere Kartellämter hatten Linde und Praxair den Verkauf grosser Teile des Geschäfts auferlegt. Allein in den USA verkaufte Linde neun Standorte an vier verschiedene Unternehmen. Trotzdem ist die neue Linde mit einem Vorsprung von vier Milliarden Dollar Umsatz Weltmarktführer vor der französischen Air Liquide (24 Milliarden Dollar). Mit weitem Abstand folgen Air Products (neun Milliarden) und die japanische Taiyo Nippon Sanso (acht Milliarden). Diese hat nicht nur das Europa-Geschäft von Praxair gekauft, sondern übernimmt auch in den USA fünf Produktionsstätten für Synthesegas von Linde. Die übrigen Standorte in den USA gehen überwiegend an den deutschen Rivalen Messer, der sich mit dem Finanzinvestor CVC zusammengetan hat.

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