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Renault und Nissan wollen Partnerschaft auf neue Beine stellen

Die Autobauer Renault, Nissan und Mitsubishi wollen ihre Dreier-Allianz nach dem erzwungenen Abgang von Konzernchef Carlos Ghosn neu ordnen. Die Machtkonzentration bei einem Manager soll ein Ende haben.
Die französisch-japanische Autoallianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi wird nach dem Abgang von Carlos Ghosn von einem Vorstandsgremium mit Renault-Präsident Jean-Dominique Senard (links), Nissan-Chef Hiroto Saikawa (Mitte) und Mitsubishi Motors-Chef Osamu Masuko geführt. (Bild: KEYSTONE/AP/EUGENE HOSHIKO)

Die französisch-japanische Autoallianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi wird nach dem Abgang von Carlos Ghosn von einem Vorstandsgremium mit Renault-Präsident Jean-Dominique Senard (links), Nissan-Chef Hiroto Saikawa (Mitte) und Mitsubishi Motors-Chef Osamu Masuko geführt. (Bild: KEYSTONE/AP/EUGENE HOSHIKO)

(sda/awp/dpa/reu)

Das Bündnis solle künftig von einem neuen Vorstandsgremium geführt werden, das die gesamte Kooperation der drei Autokonzerne steuern werde, gab Renault-Chairman Jean-Dominique Senard am Dienstag an der Konzernzentrale von Nissan in Yokohama bekannt. Senard übernimmt als Chef von Renault künftig die Rolle des Vorsitzenden im geplanten Führungsgremium. Die anderen Mitglieder des sogenannten Alliance Operating Board werden Renault-Chef Thierry Bolloré, Nissan-CEO Hiroto Saikawa und der Chairman und CEO von Mitsubishi Motors, Osamu Masuko, sein.

Neuer Start

Es sei ein «neuer Start», hiess es. Mit der geplanten neuen Struktur wollen die Unternehmen ihre Zusammenarbeit effizienter machen. Ihre Partnerschaft solle künftig auf Basis von Konsens und ausgewogener gemanagt werden. Nissan hatte die zu grosse Machtfülle unter Ghosn beklagt. Der neue Nissan-Chef Saikawa sprach bei der ersten Pressekonferenz der drei Konzernchefs von einem «grossen Schritt» und künftig «gleicher» Partnerschaft.

An der Überkreuz-Beteiligung von Nissan und Renault soll sich nichts ändern, wie die drei Partner bekräftigten. Renault hält 43 Prozent an Nissan, seit die Franzosen unter Ghosn die Japaner 1999 vor der Pleite gerettet hatten. Nissan ist mit 15 Prozent zweiter Grossaktionär von Renault neben dem französischen Staat.

Ghosn ausgeschlossen

Ghosn war erst in der vergangenen Woche nach mehr als 100 Tagen gegen eine Kaution von umgerechnet acht Millionen Euro aus der Untersuchungshaft in Japan freigekommen. Die Strafverfolger werfen ihm unter anderem vor, seine Einkünfte in den vergangenen zehn Jahren um umgerechnet mehr als 70 Millionen Euro zu niedrig angegeben zu haben. Inzwischen ermitteln auch die französischen Behörden, wer Ghosns Hochzeit im Schloss Versailles 2016 finanziert hat.

Ghosn hatte vergeblich versucht, an dem Treffen mit seinen ehemaligen Kollegen im Nissan-Verwaltungsrat teilzunehmen. Ein Gericht in Tokio untersagte ihm am Montag den Kontakt mit in den Fall involvierten Personen. Er war zwar als Verwaltungsratschef der drei Unternehmen abgesetzt worden, ist aber weiter Mitglied der Führungsgremien. Über eine Abberufung müssten die Aktionäre abstimmen.

Putsch-Vorwürfe

Ghosn, der mehr als 20 Jahre an der Spitze von Renault stand und als Architekt der Allianz gilt, glaubt, dass die Vorwürfe gegen ihn auf einen «Putsch» zurückzuführen sind. Bei Nissan war der Unmut über Ghosns Bestrebungen gewachsen, die Autobauer noch enger aneinander zu binden, möglicherweise bis zu einer echten Fusion.

Ghosn will sich frühestens nächste Woche vor der Presse zu dem Fall äussern, wie sein Anwalt Junichiro Hironaka am Dienstag in Tokio sagte. Er brauche noch etwas Bedenkzeit. Das Verfahren gegen ihn dürfte im Herbst beginnen. An der für den 8. April angesetzten Nissan-Hauptversammlung werde er nach jetzigem Stand nicht teilnehmen.

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