Shell schreibt Verluste und kappt Dividende

Der Öl- und Gasmulti Shell schreibt inmitten der Corona-Krise Verluste und kappt seine Dividende. Im ersten Quartal resultierte ein Verlust von 24 Millionen US-Dollar. Ein Jahr zuvor hatte Shell noch 6 Milliarden Dollar Überschuss erzielt.

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Der Erdölkonzern Shell ist zum Jahresbeginn in die Verlustzone geraten.

Der Erdölkonzern Shell ist zum Jahresbeginn in die Verlustzone geraten.

KEYSTONE/EPA/ANDY RAIN
(sda/awp/dpa)

Die Aktionäre sollen nun noch eine Quartalsdividende von 0,16 US-Dollar pro Aktie erhalten, wie der Konzern am Donnerstag in London mitteilte. Im Vorjahr hatte Shell für das erste Quartal noch 0,47 Dollar je Aktie ausgezahlt. Es ist das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass der Konzern seine Dividende reduziert.

«Mit Blick auf eine möglicherweise länger andauernde Phase der wirtschaftlichen Unsicherheit, schwächerer Rohstoffpreise, einer höheren Volatilität und einer unklaren Entwicklung der Nachfrage, erachtet der Verwaltungsrat eine Beibehaltung der derzeitigen Ausschüttungshöhe als nicht vernünftig», sagte Verwaltungsratschef Chad Holliday bei der Vorlage der Quartalszahlen.

Shell hatte bereits zuvor angekündigt, den negativen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie und dem Ölpreisverfall mit Sparmassnahmen und geringeren Investitionen begegnen zu wollen.

Mit Blick auf die aktuelle Situation sprach Vorstandschef Ben van Beurden von «extrem herausfordernden Bedingungen». Shell werde daher «möglicherweise Massnahmen ergreifen müssen, um die Öl- und Gasproduktion zu beschränken oder zu kürzen», teilte der Konzern mit Blick auf das zweite Quartal mit. Diese und weitere Massnahmen würden sich dann «wahrscheinlich negativ auf die operativen und finanziellen Kennziffern auswirken».

Vergangene Woche war am Ölmarkt erstmals überhaupt der Preis für einen Terminkontrakt auf das US-Öl WTI in den negativen Bereich gefallen. Anbieter zahlten Käufern Geld für die Abnahme. Das Ereignis ist die Folge eines beispiellosen Nachfrageeinbruchs wegen der Corona-Krise und eines viel zu hohen Rohölangebots bei immer knapperer globaler Lagerkapazität.