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Siemens und Alstom machen Zugeständnisse für Zug-Fusion

Im Ringen um die Fusion zu Europas grösstem Zug-Hersteller sind Siemens und Alstom vorerst nicht zu grossen Zugeständnissen an die EU-Wettbewerbshüter bereit.
Siemens und Alstom machen Zugeständnisse bei geplanter Zug-Fusion. (Bild: KEYSTONE/AP/MICHAEL PROBST)

Siemens und Alstom machen Zugeständnisse bei geplanter Zug-Fusion. (Bild: KEYSTONE/AP/MICHAEL PROBST)

(sda/awp/reu)

Die beiden Konzerne legten der EU-Kommission am Mittwoch ein Paket von Zusagen vor, das rund vier Prozent des Umsatzes der künftigen Siemens Alstom SA - rund eine halbe Milliarde Euro - betrifft.

Dabei gehe es vor allem um die Signaltechnik, in der beide Unternehmen besonders hohe Marktanteile haben, aber auch um bestimmte Schienenfahrzeuge, erklärten die Hersteller der Hochgeschwindigkeits-Züge ICE und TGV. Dabei denken sie aber Insidern zufolge weniger an einen Verkauf von Firmenteilen, sondern eher an die Vergabe von Lizenzen an Konkurrenten.

Siemens und Alstom machen damit klar, dass sie die Fusion zur künftigen Nummer zwei auf dem Weltmarkt für Züge nicht um jeden Preis wollen. Mit den Zugeständnissen liesse sich der «industrielle und wirtschaftliche Wert der Transaktion wahren», hiess es in der Mitteilung. Ob sie aber ausreichten, um die EU umzustimmen, sei unklar. Der Münchner Industriekonzern soll gut die Hälfte der Anteile an dem fusionierten Unternehmen halten. Siemens Alstom wäre mit einem Umsatz von 15 Milliarden Euro in Europa der mit Abstand grösste Anbieter von Zügen und der zugehörigen Signaltechnik.

Eine Entscheidung der Kommission sei bis zum 18. Februar 2019 zu erwarten, erklärten Siemens und Alstom. Die Gespräche mit der EU gehen bis dahin weiter, auch wenn der am Mittwoch vorgelegte Vorschlag das Etikett «final» trägt. Siemens-Chef Joe Kaeser hatte im November signalisiert, man könne sich von Teilen des Unternehmens in bestimmten Regionen trennen, um grünes Licht von der EU zu bekommen. Die Fusion soll im ersten Halbjahr 2019 vollzogen werden. Scheitert sie, könnte Siemens seine bereits abgespaltene Zug-Sparte eigenständig an die Börse bringen, statt sie in die französische Alstom einzubringen.

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hatte schwere Bedenken gegen das Zusammengehen von Alstom und Siemens Mobility vorgetragen. Die Argumentation von Siemens und Alstom, man müsse der drohenden Konkurrenz des chinesischen Branchenriesen CRRC ein europäisches Schwergewicht entgegensetzen, liess sie nicht gelten. Die wachsende Konkurrenz chinesischer Eisenbahn-Hersteller sei zwar ein «valides Argument», sagte sie kürzlich. Der europäische Markt funktioniere jedoch ganz anders.

Vestager sind vor allem die Marktpositionen von Siemens und Alstom in der Signaltechnik, bei Hochgeschwindigkeits- und Regionalzügen sowie fahrerlosen U-Bahnen ein Dorn im Auge. Siemens Alstom könne durch seine unangefochtene Stellung dort die Preise erhöhen - zulasten von Bahngesellschaften und Passagieren. So hatte auch der grösste Konkurrent in Europa, die kanadische Bombardier, argumentiert.

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