Singapur senkt erneut BIP-Ausblick für 2020

Singapur hat am Dienstag zum dritten Mal in Folge seine Prognose für das Bruttoinlandprodukt (BIP) des Jahres 2020 herabgestuft. Nach Angaben des Handelsministerium erwartet der Stadtstaat einen Rückgang zwischen sieben bis vier Prozent.

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In Singapur läuft die Wirtschaft aufgrund der Coronavirus-Krise schlecht - keine Touristen, keine Umsteiger am Flughafen und rückläufige Handelstätigkeiten.

In Singapur läuft die Wirtschaft aufgrund der Coronavirus-Krise schlecht - keine Touristen, keine Umsteiger am Flughafen und rückläufige Handelstätigkeiten.

KEYSTONE/AP/WONG MAYE-E
(sda/apa/reuters)

Dies geschah von einer BIP-Änderung von zuvor -1 bis -4 Prozent. Die Wirtschaftstätigkeit fiel im ersten Quartal um 0,7 Prozent im Jahresvergleich und um 4,7 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Quartal.

Dies geht aus den Daten des Ministeriums vom Dienstag hervor. «Ungeachtet der Herabstufung besteht nach wie vor ein erhebliches Mass an Unsicherheit über die Dauer und schwere des Covid-19-Ausbruchs sowie über den Verlauf der wirtschaftlichen Erholung», hiess es in einer Erklärung des Handelsministeriums.

Hilfspaket in Planung

Singapur steht vor der tiefsten Rezession seiner 55-jährigen Geschichte: Behörden warnten infolge der Krise vor steigender Arbeitslosigkeit und sinkenden Löhnen. Analysten erwarten, dass die handelsabhängige Wirtschaft im zweiten Quartal einen noch grösseren Einbruch erfahren könnte, da aufgrund der zweimonatigen Beschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie die meisten Geschäfte geschlossen waren.

Der Stadtstaat leidet unter einer der höchsten Coronavirus-Infektionszahlen in Asien und kündigte daher nur eine langsame Lockerung der Beschränkungen ab dem kommenden Monat an. Die Regierung hatte im Februar erstmals die Möglichkeit einer Rezession angedeutet, als sie ihre BIP-Prognose für 2020 erstmals gesenkt hatte. Es wird zudem erwartet, dass Singapurs Finanzminister am heutigen Dienstag ein neues, milliardenschweres Wirtschaftspaket vorlegen wird, um die Belastung von Unternehmen und Haushalten durch die Pandemie abzufedern.