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Sunrise bessert Finanzierung für UPC-Übernahme nach

Sunrise hält mit allen Mitteln an seinen Übernahmeplänen für den Kabelnetzbetreiber UPC fest. Sunrise will nun mit 2,8 Milliarden Franken deutlich weniger Mittel über den Kapitalmarkt beschaffen.
Sunrise hält an umstrittener Übernahme fest: Um UPC Schweiz zu kaufen, soll das Aktienkapital um 2,8 Milliarden Franken erhöht werden. (Bild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

Sunrise hält an umstrittener Übernahme fest: Um UPC Schweiz zu kaufen, soll das Aktienkapital um 2,8 Milliarden Franken erhöht werden. (Bild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

(sda/awp)

Für den erbittertsten Gegner der geplanten Transaktion, den Sunrise-Grossaktionär Freenet, ändert dies aber nichts an der Ablehnung. «Wir erachten die Übernahme nach wie vor als zu teuer», erklärte Freenet-Chef Christoph Vilanek im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Daher werde er die Transaktion auch weiterhin ablehnen.

Laut Sunrise-CEO Olaf Swantee scheint Freenet mit dieser kategorischen Ablehnung aber eher die Ausnahme zu sein. «Wir haben nahezu mit allen bestehenden und neuen Investoren in den letzten Tagen gesprochen», sagte der Unternehmenschef an einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Die Resonanz sei sehr gut gewesen. «Sie haben die strategische Überlegung dahinter gut verstanden.»

Letztlich habe man auch auf Basis dieser Rückmeldungen die Finanzierung umgeschichtet, erklärte der Manager weiter. Die tiefere Kapitalerhöhung hat denn auch Folgen für die restliche Finanzierung. Immerhin beläuft sich der komplette Kaufpreis für UPC auf 6,3 Milliarden Franken. Wie der Sunrise-Finanzchef André Krause den Journalisten erklärte, werde man bestehende langfristige Darlehen aufstocken. Denn im Zuge der Vereinbarung soll Sunrise einen Teil der ausstehenden UPC-Schulden übernehmen.

Fokus auf 75 Prozent der Aktionäre

Mit Blick auf die jüngste Roadshow, die der CEO und sein Finanzchef zuletzt unternommen haben, «haben wir uns vor allem auf die 75 Prozent der Aktionäre konzentriert, die die UPC-Übernahme nicht von grundheraus ablehnen», so Swantee. «So, wie wir bei diesen Aktionären mit unseren Plänen aufgenommen wurden, bin ich mir sicher, dass wir uns die nötige Mehrheit an der ausserordentlichen Generalversammlung sichern können.»

Am Morgen hatte Sunrise in seiner Pressemitteilung betont, dass man einer «umsichtigen» Kapitalstruktur verpflichtet sei. Für das Geschäftsjahr 2019 wird eine auf 350 bis 370 Millionen Franken erhöhte Dividendenausschüttung vorgeschlagen, dies wegen der höheren Anzahl ausstehender Aktien nach der Bezugsrechtsemission. In den Folgejahren soll die Dividende je Aktie um jährlich 4 bis 6 Prozent ausgeweitet werden.

Für 2019 können die Aktionäre zudem wählen, ob sie die Dividende in bar, neuen Sunrise-Aktien oder einer Kombination davon erhalten möchten. Diese so genannte COTO-Option könne die Wiederverwendung der Erlöse aus der Bezugsrechtsemission in Bezug auf die Dividende des Geschäftsjahres 2019 vermeiden. Diese COTO-Option werde man auch in den kommenden Jahren anbieten, so der Finanzchef.

Show-Down in gut drei Wochen

In gut drei Wochen, am 23. Oktober, wird es dann zum Show-Down kommen zwischen den Befürwortern und den Gegnern der Transaktion. Dann findet die ausserordentliche Generalversammlung statt, auf der die Kapitalerhöhung genehmigt werden soll. Weitere Details zur Kapitalerhöhung werde Sunrise im Vorfeld noch veröffentlichen, kündigte Finanzchef Krause an.

Sollte Sunrise von seinen Aktionären am Ende grünes Licht bekommen, würde Freenet auch danach noch der grösste Einzelaktionär bleiben, kündigte derweil Vilanek an. Freenet hält etwa ein Viertel an Sunrise.

Mit der Zustimmung der Wettbewerbskommission Weko in der vergangenen Woche hat Sunrise schon mal eine Hürde genommen. Allerdings wird die Entscheidung des Gremiums von den beiden Kontrahenten Swantee und Vilanek sehr unterschiedlich bewertet. «Ich habe es noch nie erlebt, dass eine Wettbewerbskommission eine Transaktion ohne Auflagen durchwinkt, weil sie davon ausgeht, dass die Technologiekonkurrenz ohnehin billiger sein wird», wetterte Vilanek.

Swantee hielt dagegen, dass derlei Aussagen «absurd» seien. «Die 5G-Technologie kann das Kabelnetz nicht ersetzen», zeigte er sich vor den Journalisten überzeugt.

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