USA beliefern Brasilien mit umstrittener Malaria-Arznei

Die USA beliefern Brasilien trotz medizinischer Warnungen mit der umstrittenen Anti-Malaria-Arznei Hydroxychloroquin zur Behandlung von Covid-19-Patienten. Dies teilten die Regierungen beider Länder am Sonntag (Ortszeit) mit.

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Die USA wollen weiterhin das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin an Brasilien schicken, obwohl der Einsatz des Medikaments bei einer Coronavirus-Infektion nicht unumstritten ist.

Die USA wollen weiterhin das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin an Brasilien schicken, obwohl der Einsatz des Medikaments bei einer Coronavirus-Infektion nicht unumstritten ist.

KEYSTONE/AP/Rafiq Maqbool
(sda/reu)

Die USA hätten Brasilien zwei Millionen Dosen des Mittels gesendet, hiess es in der gemeinsamen Erklärung. Erst vor wenigen Tagen hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO angekündigt, eine grosse klinische Studie mit dem Mittel an Covid-19-Patienten wegen Sicherheitsbedenken zu stoppen.

Die US-Arzneimittelaufsicht FDA hat bereits vor schweren Nebenwirkungen beim Einsatz von Hydroxychloroquin bei Covid-19-Patienten gewarnt. US-Präsident Donald Trump hatte dagegen das Anti-Malaria-Mittel früher angepriesen. Auch Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro schwärmt für das Medikament. In Brasilien haben sich bisher rund 500'000 Menschen mit dem Coronavirus nachweislich infiziert.