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Volkswagen rechnet in China mit anhaltender Marktschwäche

Der grösste Automarkt der Welt könnte in diesem Jahr erstmals seit Jahrzehnten schrumpfen. Volkswagen will trotzdem ein Plus schaffen. Sind die goldenen Zeiten in Fernost erstmal vorbei?
Nach Ansicht des VW-Konzern wird sich der Automobilabsatz in China nicht so schnell erholen. (Bild: KEYSTONE/AP/MARKUS SCHREIBER)

Nach Ansicht des VW-Konzern wird sich der Automobilabsatz in China nicht so schnell erholen. (Bild: KEYSTONE/AP/MARKUS SCHREIBER)

(sda/awp/dpa)

«Der Markt ist eine Herausforderung. Seit Juni fällt jeder Monat schlechter aus», sagte VW-China-Vorstand Jochem Heizmann am Donnerstag im Vorfeld der Automesse in der südchinesischen Stadt Guangzhou.

Demnach ist für den Gesamtmarkt in diesem Jahr mit keinem Wachstum mehr zu rechnen. Möglich sei ein Rückgang in der Grössenordnung von «ein bis zwei Prozent». Auch im kommenden Jahr könnte das Wachstum «flach» ausfallen, sagte Heizmann weiter.

Seit Monaten rückläufig

In China ist der Markt für Autos seit mehreren Monaten rückläufig. Weil sich Käufer wegen der schwächeren Konjunktur und aus Sorge um den Handelsstreit mit den USA zurückhielten, war der Absatz aller Autobauer in den ersten zehn Monaten um 0,1 Prozent auf 22,97 Millionen Autos gefallen.

Allein im Oktober betrug das Minus laut des chinesischen Autoverbands CAAM 11,7 Prozent, der grösste Rückgang seit sieben Jahren.

Volkswagen wird in diesem Umfeld seine für das Jahr gesteckten Ziele nicht erreichen. Dennoch rechnete Heizmann mit einer besseren Entwicklung als im Gesamtmarkt. «Wir wachsen und erwarten auch für nächstes Jahr Wachstum», sagte Heizmann.

Der VW-Konzern hatte in den ersten neun Monaten 2018 in China und Hongkong 3,04 Millionen Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert, das waren 5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Beobachter gingen davon aus, dass dieses Plus bis Ende des Jahres noch etwa zwei Prozent betragen wird.

Besonders schwer hat es derzeit die Kernmarke VW Pkw, deren Verkäufe im September um 10,5 Prozent und im Oktober um 9,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgingen.

Regierung soll helfen

Zu Berichten, dass Chinas Regierung über Steuererleichterungen für Autokäufer nachdenke, um dem Markt neuen Schwung zu geben, sagte Heizmann: «Die Regierung sollte das so schnell wie möglich entscheiden.» Nötig sei ein klares «Ja» oder «Nein», weil sich Käufer andernfalls in Erwartung sinkender Abgaben mit Käufen zurückhalten würden.

Mittelfristig sah Heizmann auf dem weltweit grössten Automarkt weiterhin grosse Chancen. Das Potenzial sei grösser als in jedem anderen relevanten Automarkt der Welt.

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