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Wachstum in der Euro-Zone fast halbiert

Kaltes Wetter, viele Streiks und die Grippewelle haben das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone zu Jahresbeginn fast halbiert. Das Bruttoinlandprodukt legte zwischen Januar und März nur noch um 0,4 Prozent zum Vorquartal zu.
Der Wirtschaftsmotor gerät ins Stottern: "Der Industriesektor hat zum Start ins zweite Quartal zwar weiter an Dynamik verloren, die Wachstumsrate blieb jedoch auf erfreulich hohem Niveau", sagt Markit-Chefökonom Chris Williamson. (Bild: Keystone/AP/Heribert Proepper)

Der Wirtschaftsmotor gerät ins Stottern: "Der Industriesektor hat zum Start ins zweite Quartal zwar weiter an Dynamik verloren, die Wachstumsrate blieb jedoch auf erfreulich hohem Niveau", sagt Markit-Chefökonom Chris Williamson. (Bild: Keystone/AP/Heribert Proepper)

(sda/reu)

Kaltes Wetter, viele Streiks und die Grippewelle haben das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone zu Jahresbeginn fast halbiert. Das Bruttoinlandprodukt legte zwischen Januar und März nur noch um 0,4 Prozent zum Vorquartal zu.

In den drei Vorquartalen hatte es noch jeweils zu einem Plus von 0,7 Prozent gereicht. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum wuchs die Wirtschaftsleistung diesmal um 2,5 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in einer ersten Schätzung mitteilte.

"Der Konjunkturmotor im Euro-Raum ist zu Jahresbeginn ins Stottern geraten", sagte Commerzbank-Ökonom Christoph Weil. Die Gründe dafür führen die Experten des Beratungshauses Capital Economis in einer Analyse aus: "Temporäre Faktoren - darunter das ungewöhnlich kaltem Wetter, streikende Arbeiter, kurzfristige Engpässe und auch der Ausbruch der Grippe - haben das Wachstum belastet".

Einer Statistik der Betriebskrankenkassen (BKK) zufolge liess die Grippewelle die Fehlzeiten in den deutschen Betrieben zeitweise auf ein Zehn-Jahres-Hoch steigen.

Hinzu kommt die Euro-Aufwertung: Die Gemeinschaftswährung kostet derzeit zum Dollar rund zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor, was Waren in anderen Währungsräumen verteuert. "In der Vergangenheit hat eine derartige Aufwertung häufig Bremsspuren bei der Konjunktur hinterlassen", sagte Weil.

Industrie verliert an Fahrt

In den einzelnen Ländern fielen die Ergebnisse unterschiedlich aus. Spanien schaffte ein überdurchschnittliches Wachstum von 0,7 Prozent, während Frankreich ebenso wie Italien auf 0,3 Prozent kam.

Die erste Schätzung für Deutschland wird erst am 15. Mai erwartet. Auch hier rechnen Experten mit einem verlangsamten Wachstum von 0,3 bis 0,4 Prozent, nachdem es Ende 2017 noch zu 0,6 Prozent gereicht hatte.

Zu Beginn des zweiten Quartals verlor die Industrie in der Euro-Zone weiter an Schwung: Im April liefen die Geschäfte so schlecht wie seit über einem Jahr nicht mehr, signalisiert die Umfrage des Instituts IHS Markit unter Tausenden Betrieben. Der daraus ermittelte Einkaufsmanagerindex fiel im Vergleich zum Vormonat um 0,4 auf 56,2 Punkte, hielt sich damit aber immer noch deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

"Der Industriesektor hat zum Start ins zweite Quartal zwar weiter an Dynamik verloren, die Wachstumsrate blieb jedoch auf erfreulich hohem Niveau", sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson. Versorgungsengpässe - darunter Lieferschwierigkeiten für Rohstoffe, Lieferverzögerungen und Fachkräftemangel – bremsten demnach die Produktion. Sorgen vor Handelskriegen und dem Brexit erhöhten die Unsicherheit zusätzlich.

Weniger Arbeitslose

Trotz des langsameren Wachstums bessert sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Mit 8,5 Prozent verharrte die Erwerbslosenquote in der Euro-Zone im März auf dem niedrigsten Stand seit mehr als neun Jahren. 13,824 Millionen Frauen und Männer waren ohne Job - rund 83'000 weniger als im Vormonat und 1,414 Millionen weniger als ein Jahr zuvor.

Malta (3,3 Prozent) und Deutschland (3,4) weisen die niedrigsten Arbeitslosenquoten aus, die höchsten haben Spanien (16,1) und Griechenland (20,6 Prozent im Januar).

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