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Waldbrände 2018 gemäss Studie für Versicherer so teuer wie noch nie

Für die Versicherungsbranche waren die Waldbrände in Kalifornien im vergangenen Jahr die schwersten Feuer aller Zeiten. Die Münchner Rück beziffert die gesamtwirtschaftliche Schadensumme auf 24 Milliarden Dollar, ein Vielfaches der bei Feuern üblichen Summe.
Die verheerenden Waldbrände in Kalifornien vom November haben nicht nur zahlreiche Menschenleben gefordert sondern auch zu Schäden für die Versicherer in Milliardenhöhe geführt. (Bild: KEYSTONE/FR34727 AP/NOAH BERGER)

Die verheerenden Waldbrände in Kalifornien vom November haben nicht nur zahlreiche Menschenleben gefordert sondern auch zu Schäden für die Versicherer in Milliardenhöhe geführt. (Bild: KEYSTONE/FR34727 AP/NOAH BERGER)

(sda/awp)

Von der Summe waren 18 Milliarden Dollar versichert. Der Analyse zufolge sehen die Klimaforscher von Munich Re darin ein Indiz für den Klimawandel.

«Diese Waldbrände waren ein neuer Schadenrekord, auch mit knapp 100 Todesopfern ein trauriger humanitärer Höchststand», sagte Ernst Rauch, Chef der Klimaforschungsabteilung, der Deutschen Presse-Agentur. Davor habe es in dem US-Bundesstaat bereits 2017 Rekordschäden durch Waldbrände gegeben. «Es gibt bei Naturkatastrophen immer wieder Ausreisser, aber zwei Jahre hintereinander ein Vielfaches der üblichen Schadensumme, das ist besonders auffällig.»

Besiedelungsdichte

Die Schäden seien unter anderem deswegen so hoch, weil die Besiedlung der kalifornischen Bergregion weiterhin zunehme. «Aber das ist nicht die einzige Erklärung, es gibt meteorologische Auffälligkeiten.» Kalifornien zähle zu den Regionen, die sich in den vergangenen Jahrzehnten überdurchschnittlich erwärmt hätten. «Nicht die Zahl der Brände hat zugenommen, sondern die betroffene Fläche. Es brennt mehr und schneller ab.»

Ein ähnliches Muster ist nach Rauchs Wortern in vielen Regionen der Welt zu beobachten, auch in Deutschland. «Die Winter sind insgesamt feuchter geworden und die Sommer trockener.» Deutschland sei 2018 mehr als zwei Grad wärmer gewesen als im langjährigen Durchschnitt. «In Deutschland nähern wir uns gewissermassen in einzelnen Jahren schon dem Zwei-Grad-Wert an, auf den die globale Erwärmung gemäss des Abkommens von Paris begrenzt werden soll», sagte der Geowissenschaftler.

Feuerwehrleute löschen Buschbrände in Westhills. Die Brände begannen bereits am 8. November (Bild: EPA/EUGENE GARCIA, 11. November 2018)
Die Feuerwehr versucht einen Hotspot in Malibu zu löschen. Bestärkt durch starke Winde haben die Brände 150 Häuser und riesige Landflächen verwüstet. (Bild: EPA/MIKE NELSON, 8. November 2018)
Wie im Krieg: Der Evakuierte Greg Gibson sucht nach Informationen über seine vermissten Nachbarn. Aufgenommen in der Neighborhood Church in Chico. (Bild: AP Photo/Gillian Flaccus, 13. November 2018).
Die Menschen hängen Anschläge auf, um nach Evakuierten, vermissten Familienmitgliedern oder Freunden zu suchen. Aufgenommen ebenfalls in der Neighborhood Church in Chico (Bild: AP Photo/Gillian Flaccus, 13. November 2018).
Foto aus einem ehemaligem Wohnwagen-Platz in Paradise. Die Rettungskräfte suchen nach Toten. (Bild: AP Photo/John Locher, 14. November 2018)
Eine Froschskulptur bei einem zerstörten Haus in Malibu. (Bild: AP Photo/Reed Saxon, 13. November 2018)
Surfboards in einem zerstörten Volkswagen in der Dume Drive in Malibu. (Bild: AP Photo/Reed Saxon, 13. November 2018)
Ein California Highway Patrol Officer kontrolliert, ob die Dame, die nach Malibu zurück will, auch tatsächlich dort Wohnsitz hat. Der Evakuationsbefehl wurde für den Ostteil der Stadt aufgehoben. (Bild: AP Photo/Reed Saxon/13. November 2018)
Feuerwehrmänner beim Ersticken von Glutherden und mähen von Brandschneisen im Hügelland im westlichen Kalifornien. (Bild: Eugene Garcia, 11. November 2018)
Brandschwarze Bäume und ein vom Rauch verdeckter Himmel. (Bild: Peter Dasilva/EPA (Paradise, 11. November 2018))
Ein Feuerwehrmann überwacht das Hinterland eines vom Feuer verschonten Hauses. (Bild: Eugene Garcia (West Hills, 11. November 2018))
Ausgebrannte Geschäfte im Ortszentrum von Paradise. (Bild: Peter Dasilva/EPA, 11. November 2018))
Ein kalifornischer Feuerwehrmann nach einem Brandbekämpfungseinsatz mit rot verfärbtem feuerhemmenden Mittel. (Bild: Eugene Garcia (West Hills, 11. November 2018))
Ausgebrannter Rasenmäher vor einem ebenfalls total zerstörten Haus im Ortszentrum von Magalia. (Bild: Peter Dasilva/EPA, 11. November 2018))
Feuerwehrmänner bei der Brandbekämpfung im Hügelland im westlichen Kalifornien. (Bild: Eugene Garcia, 11. November 2018)
Ein Feuerwehrmann bei Löscharbeiten im Hügelland im westlichen Kalifornien. (Bild: Eugene Garcia, 11. November 2018)
Feuerwehrmänner bei Löscharbeiten im Hügelland im westlichen Kalifornien. (Bild: Eugene Garcia, 11. November 2018)
Zwei Anwohner beobachten die Rauchwolken der Brände in Malibu. (Bild: Mike Nelson/AP, 9. November 2018))
Satellitenbild der Gegend um die Ortschaft Paradise. (Bild: EPA, 9. November 2018))
Ein Feuerwehrmann im Kampf gegen die Waldbrände. (Bild: John Locher, Maglia, 9. November 2018))
Unzählige Häuser stehen in Flammen. (Bild: Peter Da Silva, Maglia, 9. November 2018))
Die Feuerwehrkräfte sind im Dauereinsatz. (Bild: Ringo H.W. Chiu/AP, 9. November 2018))
Apokalyptische Stimmung in Butte County: Verlassene Autos geflohener Anwohner. (Bild: Peter Dasilva/EPA (9. November 2018))
Die Kraft des Feuers. (Bild: Peter Dasilva/EPA (Butte County, 9. November 2018)
Feuerwehrmann Steve Millosovich bringt Katzen vor dem Feuer in Big Bend in Sicherheit. Der Käfig war offenbar von einem Pick-Up gefallen. (Noah Berger/AP (Big Bend, 9. November 2018))
Eine Anwohnerin in den Ruinen ihres Hauses. Sie blieb auf ihrem Grundstück, um ihre 14 Pferde zu beschützen. Sie überlebten. (Bild: John Locher/AP (Paradise, 9. November 2018)
Die Überreste eines Hauses in Malibu. (Bild: Mike Nelson (Malibu, 9. November 2018))
Besitzer füttern ihre Pferde in der Evakuierungszone am Zuma Beach in Malibu. (Bild: Reed Saxon/AP (Malibu, 9. November))
Ein Stück Kunst ausserhalb eines zerstörten Hauses. (Bild: Rich Pedroncelli/AP (Paradise, 9. November 2018))
Anwohner versuchen ihre Häuser zu retten. (Bild: Reed Saxon/AP (Malibu, 9. November 2018))
Freiwillige ordnen Spenden für Betroffene der Feuersbrunst. (Bild: Adam Davis/EPA (Woodland Hills, 9. November 2018))
Mehrere Waldbrände in Kalifornien haben Tausende Menschen in die Flucht geschlagen. (AP Photo/Noah Berger)
Nach Darstellung der Behörden waren im Bezirk Butte County 15'000 Häuser von den Flammen bedroht. (EPA/PETER DASILVA)
Bilder aus der Kleinstadt Paradise zeigten dicke, schwarze Rauchwolken und brennende Gebäude. Diese Geschäfte laufen dem Inhaber der Autos dann wohl doch zu heiss. (AP Photo/Noah Berger)
In der Stadt Paradise brennt ein Lieferwagen. (AP Photo/Noah Berger)
Patienten müssen in Paradise evakuiert werden. (AP Photo/Noah Berger)
Feuerwehrmänner- und frauen im Einsatz. (AP Photo/Noah Berger)
Flammen fressen sich durch ein Restaurant der Kette "Kentucky Fried Chicken" in Paradise. (AP Photo/Noah Berger)
Die Stadt Paradise ist für die Anwohner zurzeit wohl mehr Hölle als Paradies. (AP Photo/Noah Berger)
Die Behörden meldeten bereits mehrere Tote. (AP Photo/Noah Berger)
Ein Auto in Flammen. (EPA/PETER DASILVA)
Hillery Johnson (rechts) verlor ihr gesamtes Hab und Gut ausser ihr Pferd Augie. (EPA/PETER DASILVA)
Ein Mitarbeiter der Feuerwehr bekämpft die Flammen. (EPA/PETER DASILVA)
Pferde in Paradise. (EPA/PETER DASILVA)
Die Flammen des Waldbrandes im Bell Canyon von oben. (EPA/MIKE NELSON)
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Waldbrände in Kalifornien hinterlassen eine Schneise der Verwüstung

Mehr versicherte Schäden

Global betrachtet verursachten Naturkatastrophen 2018 mit 160 Milliarden Dollar geringere Gesamtschäden als im zehnjährigen Schnitt, der bei 190 Milliarden liegt. Allerdings traf ein höherer Anteil davon die Versicherungsbranche: Die Unternehmen übernahmen 80 der 160 Milliarden, der Durchschnitt in den vergangenen drei Jahrzehnten lag bei 41 Milliarden.

Auch in Europa verursachten Dürre und Waldbrände 2018 hohe Schäden von 3,9 Milliarden Dollar, wovon aber nur ein kleiner Teil versichert war. «Europa und Nordamerika können sich an den Klimawandel relativ gut anpassen, aber 90 Prozent der Weltbevölkerung wohnen ausserhalb dieser beiden Regionen», sagte Rauch.

Die Wirbelsturmsaison 2018 war laut Munich Re ebenfalls ungewöhnlich - es gab über den Ozeanen der Nordhalbkugel mehr Stürme als üblich. Insgesamt verursachten Wirbelstürme weltweit Gesamtschäden von 56 Milliarden Dollar. Zurückgegangen ist jedoch die Zahl der Todesopfer: Im Schnitt kommen jährlich mehr als 50 000 Menschen ums Leben, im vergangenen Jahr waren es 10 400.

«Um den langfristig zu beobachtenden Trend höherer Schäden aus Naturkatastrophen global abzudämpfen, muss die Anpassungsfähigkeit an extreme Wetterereignisse zunehmen», sagte Rauch. «Das können beispielsweise Bauvorschriften sein oder eine vorausschauende Landnutzung. Es macht einfach keinen Sinn, in ausgewiesene Überschwemmungsgebiete hinein zu bauen. In Kalifornien müsste mit scharfem Auge darauf geschaut werden, wo gesiedelt wird.»

Die Munich Re dokumentiert seit den siebziger Jahren Naturkatastrophen weltweit, da dies für die Versicherungsbranche von Bedeutung ist. Denn die Unternehmen kalkulieren ihre Beitragssätze auf Grundlage der Daten der Vergangenheit. Die Expertise der Münchner Fachleute ist auf vielen internationalen Tagungen gefragt.

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