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Zuckerberg will Posts von Holocaust-Leugnern nicht löschen

Facebook-Chef Mark Zuckerberg will Beiträge von Holocaust-Leugnern weiterhin nicht grundsätzlich von seiner Plattform verbannen. Er selbst sei Jude und finde es zutiefst beleidigend, wenn Menschen den Völkermord an den Juden im Zweiten Weltkrieg bestritten, sagte er.
Findet die Leugnung des Volkermords an den Juden «tief beleidigend»: Facebook-Chef Mark Zuckerberg. (Bild: KEYSTONE/AP/ANDREW HARNIK)

Findet die Leugnung des Volkermords an den Juden «tief beleidigend»: Facebook-Chef Mark Zuckerberg. (Bild: KEYSTONE/AP/ANDREW HARNIK)

(sda/ap)

«Aber am Ende glaube ich nicht, dass unsere Plattform das herunternehmen sollte, weil ich denke, dass es Dinge gibt, bei denen verschiedene Menschen falsch liegen. Ich denke nicht, dass sie absichtlich falsch liegen», erklärte der 34-Jährige in einem Interview des US-Technikblogs «Recode».

Bei Zuckerbergs Äusserungen geht es vor allem um Länder, in denen die Leugnung des Holocaust nicht strafbar ist. In Deutschland ist die Leugnung oder Verharmlosung des Massenmords an Juden illegal. Hier werden laut Facebook entsprechende Inhalte entfernt.

Im Gespräch mit «Recode» unterbrach Interviewerin Kara Swisher Zuckerberg und sagte, im Fall von Holocaust-Leugnern könne es sich wohl doch um Absicht handeln. Zuckerberg meinte daraufhin, es sei schwierig, Absichten in Zweifel zu ziehen. «Ich denke nur, so abscheulich einige dieser Beispiele auch sind, die Realität ist, dass ich auch Fehler mache, wenn ich öffentlich spreche.»

Er wolle nicht jemanden von der Plattform nehmen, der - auch mehrfach - falsche Sachen behaupte, erklärte Zuckerberg. Solange derjenige nicht versuche, Unheil zu organisieren oder jemanden anzugreifen, dann könne er diesen Inhalt auf seine Seite stellen - auch wenn andere nicht damit einverstanden seien oder es beleidigend fänden. Aber das bedeute nicht, dass die Inhalte weit verbreitet werden sollten - im Gegenteil, dies müsse dann verhindert werden.

«Zeichen von Ignoranz und Arroganz»

Der Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, Christoph Heubner, kritisierte die «Absurdität der Argumentation» Zuckerbergs. «Weiss dieser Mann wirklich nicht, was in der Welt vor sich geht und welche gesellschaftlichen Entwicklungen es - nicht nur in den USA - sondern auch in den europäischen Ländern gibt?»

Heubner sprach von einem neuen Zeichen von Ignoranz und Arroganz, gepaart «mit einer politischen Blindheit, die fast an Naivität grenzt». Er warnte vor den sehr gefährlichen Auswirkungen für die Betroffenen und für die gesellschaftliche Atmosphäre.

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, verwies auf die unterschiedlichen Ansichten des amerikanischen und des deutschen Rechts. «In den USA wird «freedom of speech», die Freiheit der Rede, über alles gestellt», sagte er im ZDF-Morgenmagazin. Er habe dafür allerdings kein Verständnis.

Auch in sozialen Netzwerken hatte es heftige Kritik an den Aussagen des Facebook-Chefs gegeben. Zuckerberg selbst ergänzte daraufhin in einem Nachtrag: «Ich persönlich finde die Leugnung des Holocausts zutiefst beleidigend und ich wollte absolut nicht die Absichten von Leuten verteidigen, die das leugnen.»

Facebooks Ziel im Umgang mit Fake News sei es nicht, jemanden zu hindern, etwas Unwahres zu sagen - sondern Fake News und die Ausbreitung von Falschinformationen über die Facebook-Dienste zu stoppen. Sollte ein Post zu Gewalt oder Hass gegen einzelne Gruppen aufrufen, «würde dieser entfernt».

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