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Das darf doch nicht VAR sein

Brasilien ist raus! Nach der 1:2-Niederlage im Viertelfinal gegen Belgien wird im Land des Rekordweltmeisters nach Gründen für das Scheitern gesucht. Und dabei auch auf den Schiedsrichter geschaut.
Die Szene die zu reden gibt: Vincent Kompany fährt Brasiliens Gabriel Jesus in die Beine (Bild: KEYSTONE/AP/FRANCISCO SECO)

Die Szene die zu reden gibt: Vincent Kompany fährt Brasiliens Gabriel Jesus in die Beine (Bild: KEYSTONE/AP/FRANCISCO SECO)

(sda)

Und da war er wieder zu sehen, in der 56. Minute. Der Brasilianer, der sich vor Schmerzen am Boden windet. Nach einem starken Dribbling, einem «Tunnel» zwischen den Beinen von Belgiens Abwehrturm Jan Vertonghen hindurch, lag Gabriel Jesus hinter der Grundlinie am Boden und krümmte sich vor Schmerzen.

Der serbische Schiedsrichter Milorad Mazic entschied auf Abstoss, das Tackling von Abwehrchef Vincent Kompany gegen Jesus taxierte er als regelkonform. Auch der Videoschiedsrichter sah trotz Proteste der Brasilianer von einem Einschreiten ab. Dabei hätten die TV-Bilder einen Penaltypfiff zugunsten der Seleçao durchaus gestützt. «Ich möchte nicht über den Schiedsrichter sprechen, das wird sonst als Jammerei ausgelegt», meinte Brasiliens-Coach Tite nach dem Ausscheiden lakonisch.

Natürlich kann man aus brasilianischer Perspektive viele Dinge beklagen, die letztlich zum Ausscheiden geführt haben. Mangelnde Effizienz, das schwache Umschalten bei Kontern der Belgier in der ersten Halbzeit, der späte 1:2-Anschlusstreffer von Renato Augusto (76.), oder die teils überhasteten Abschlüsse - sinnbildlich: Philippe Coutinho, der in der 84. Minute rund 13 Meter vor dem Tor eben soweit an diesem vorbeischoss.

Neymars Erbe?

Haften bleiben wird aber auch diese Szene nach knapp einer Stunde. Diese Grätsche von Kompany, der seine Beine zwar noch zurückzieht, aber dennoch nur Gabriel Jesus trifft. BBC-Experte Gary Lineker stellte auf Twitter besonders den Videoschiedsrichter an den Pranger: «Wir haben es klar gesehen, und wissen nicht, wie es der VAR nicht sehen konnte.»

Während sich die Experten grösstenteils einig sind, Brasilien hätte in dieser Situation einen Penalty erhalten müssen, wollte Brasiliens Captain Miranda die Ursache für das Scheitern nicht bei den Offiziellen suchen. «Wir haben heute gegen eine grosse Mannschaft verloren. Wir hatten viele Chance und haben bis zum Ende alles versucht. Dieses Mal können wir die Heimreise erhobenen Hauptes antreten.» Und auch Tite sah letztlich andere Gründe, die zu Belgiens Sieg führten. «Wir hatten viel Ballbesitz, viele Chancen. Wir haben aber keine Tore gemacht. Thibaut Courtois hat heute den Unterschied ausgemacht», meinte der 57-Jährige.

Klar ist aber auch, die artistischen und ebenso theatralischen Einlagen, die Brasiliens Superstar Neymar seit Beginn der WM bei kleinstem Körperkontakt auf dem Rasen hingelegt hat, dürften nicht nur Fussballfans sauer aufgestossen sein. Mit seinen Versuchen, Karten oder Penaltys zu schinden, hinterliess der Superstar der Brasilianer auch bei den Schiedsrichtern Spuren. Gut möglich, dass Jesus in der 56. Minute also nicht nur Opfer von Kompanys Foul, sondern auch des Verhaltens seines Teamkollegen wurde.

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