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De Biasi: «Die Schweiz muss über die Flügel kommen»

Gianni De Biasi begegnet vor zwei Jahren als Trainer von Albanien der Schweiz an der Euro. Seither sei sie besser geworden, findet der Italiener.
Gianni De Biasi (links) mit dem Schweizer Nationalcoach Vladimir Petkovic (Bild: KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

Gianni De Biasi (links) mit dem Schweizer Nationalcoach Vladimir Petkovic (Bild: KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

(sda)

Als Experte tritt De Biasi seit einiger Zeit beim TV-Sender Rai auf, zuletzt bei Spielen von Italien auch als Co-Kommentator. Dabei lernte er den Schweizer Achtelfinal-Gegner Schweden kennen, der in den WM-Playoffs Italien ausschaltete. Mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sprach De Biasi darüber, was Italien in diesen Spielen schlecht gemacht hat, und was gegen Schweden für die Schweiz spricht.

Herr De Biasi, Schweden hat in den Playoffs Italien ausgeschaltet und wurde an der WM Sieger in einer Gruppe mit Titelverteidiger Deutschland. Was muss die Schweiz tun, um diesen Gegner zu bezwingen.

Gianni De Biasi: «Wenn die Schweiz das spielt, was sie kann, ist sie der Favorit in diesem Achtelfinal. Anders als Deutschland (2:1-Sieg gegen Schweden - Red.) wird die Schweiz weniger Konter zulassen, weil sie auch bei Ballbesitz immer die Defensivarbeit im Hinterkopf hat. Das ist die italienische Schule, die Petkovic eingebracht hat. Wir nennen das präventives Abwehrverhalten.»

Die italienische Schule hat der Squadra Azzurra in den Playoffs gegen Schweden aber nichts genützt.

«Italien hat in diesen beiden Spielen vieles richtig gemacht. Schweden wurde permanent dominiert und unter Druck gesetzt. Das Problem der Italiener war, dass sie im gegnerischen Strafraum unpräzise waren, und die Abschlüsse oder der letzte Pass nicht gut waren.»

Dabei scheint es um fehlende Klasse in der Offensive zu gehen. War das bei Italien so? Fehlt diese Qualität auch der Schweiz?

«Bei Italien hatte es nichts mit der Qualität zu tun. Es war so, dass die Italiener in diesen Playoffs unter enormem Druck standen. Wahrscheinlich hat seit der WM 1990 im eigenen Land nie mehr ein italienisches Nationalteam solche Stressmomente erlebt wie im letzten Herbst gegen Schweden. Die Schweiz hat diesen Druck nicht, sie darf gewinnen, sie muss aber nicht. Das ist gegen Schweden ihr Vorteil im Vergleich zu Italien.»

Gibt es weitere Vorteile für die Schweiz?

«Im Gegensatz zu Italien pflegt die Schweiz das Flügelspiel. Das ist gegen Schweden wichtig. Mannschaften wie Schweden, die mit zwei Viererketten verteidigen, kann man nicht durch die Mitte überlisten. Man muss über die Flügel kommen.»

Wie gefällt Ihnen der Auftritt der Schweiz an der WM bisher?

«Ich sehe die Schweiz besser als vor zwei Jahren an der Euro. Sie ist mental stärker geworden, die Körpersprache ist besser. Gegen uns spielte die Schweiz im Startspiel lange Zeit in Überzahl, dennoch hatte Albanien immer wieder Chancen und konnte bis zuletzt auf einen Punkt hoffen (die Schweiz siegte 1:0 - Red.). Zu Comebacks gegen Brasilien oder Serbien wäre die Schweiz vor zwei Jahren kaum in der Lage gewesen.»

In der Schweiz war tagelang der Doppeladler-Jubel gegen Serbien ein dominantes Thema. Was sagen Sie als ehemaliger Nationaltrainer von Albanien dazu?

«Ich finde die ganze Geschichte absurd. Ich habe in Albanien gelernt, dass diese Geste ein Bekenntnis zum Land und zum Volk ist. Sie ist ein freundschaftliches Zeichen, keine Provokation. Dass man in der Schweiz über fehlende Identifikation der Spieler spricht, ist für mich unverständlich. Es gibt auf der Welt und speziell in der Schweiz so viele Menschen mit verschiedenen Wurzeln. Das ist heutzutage normal. Es ist schade, dass diese Diskussion einen wirklich tollen Sieg überschattet hat.»

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