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Der fulminante Aufstieg der Aussenverteidiger

Zwei 22-jährige Aussenverteidiger entwickeln sich in Frankreichs Nationalteam überraschend zu Teamstützen. Ihren fulminanten Aufstieg hat nicht zuletzt Didier Deschamps initiiert.
Benjamin Pavard spielte noch vor etwas mehr als einem Jahr in der 2. Bundesliga (Bild: KEYSTONE/AP/DAVID VINCENT)

Benjamin Pavard spielte noch vor etwas mehr als einem Jahr in der 2. Bundesliga (Bild: KEYSTONE/AP/DAVID VINCENT)

(sda)

Bislang ist für Frankreichs Nationalcoach Didier Deschamps alles aufgegangen. Seine Mannschaft hat sich von Partie zu Partie gesteigert und die wichtigsten Spieler erfüllen jene Rollen, die ihnen zugedacht waren. N'Golo Kanté ist die überragende defensive Absicherung im Mittelfeld, Kylian Mbappé der stetige Gefahrenherd am Flügel, Raphaël Varane der Chef in der Verteidigung, Paul Pogba vorab neben dem Feld der erhoffte Leader, Goalie Hugo Lloris nach einer zwiespältigen Saison wieder so entscheidend wie meistens im Nationaltrikot, und Antoine Griezmann ist zwar nicht überragend, aber doch treffsicher.

Frankreich war mit viel Talent, aber auch mit einigen Zweifeln ins Turnier gestartet. Gibt es genügend Führungspersönlichkeiten? Wie steht es um die Solidarität innerhalb der Gruppe? Und die wahrscheinlich brennendste Frage lautete: Wie schlagen sich die Aussenverteidiger? Benjamin Pavard und Lucas Hernandez sind bislang die grossen positiven Überraschungen beim EM-Finalisten. Sie spielen nicht nur solide, sondern waren dann entscheidend, als es am meisten zählte. Als Frankreich gegen Argentinien im Achtelfinal 1:2 zurück lag, bereitete Hernandez den Traumtreffer von Pavard vor.

Für Deschamps, der während der WM-Vorrunde stark in die Kritik geraten war, hätten diese zwei Personalien fatal werden können. Der 49-Jährige ist bei der Nomination der Aussenverteidiger ein beachtliches Risiko eingegangen. Er nahm mit Benjamin Mendy und Djibril Sidibé zwei bewährte Kräfte mit, die aber erst gerade von Verletzungspausen zurückgekehrt waren. Mendy fiel wegen eines Kreuzbandrisses bis kurz vor dem Turnier aus und hat bis heute noch nicht seinen normalen Formstand erreicht. Sidibé plagten noch in Russland Knieprobleme.

Hätten die Ersatzleute ihre Rolle nicht so souverän erfüllt, wäre Deschamps in Erklärungsnot geraten. Erfahrenere Alternativen, wie etwa Lucas Digne, beim FC Barcelona unter Vertrag, oder Mathieu Debuchy, 27-facher Internationaler, wären bereit gestanden. Deschamps, in der Heimat gern als Glückskind bezeichnet, vertraute aber Pavard und Hernandez, deren erstes Aufgebot für das Nationalteam schon eine Überraschung war. Nun haben sie Mendy und Sidibé längst den Rang abgelaufen.

Pavard bestritt sein erstes Länderspiel im vergangenen November, nur wenige Wochen nachdem er mit Stuttgart in die 1. Bundesliga aufgestiegen war. Und Atletico Madrids Hernandez feierte seine Premiere im März. Deschamps hatte den französisch-spanischen Doppelbürger davon überzeugt, sich der «Equipe tricolore» anzuschliessen, auch weil er seinen Kampfgeist schätzt, der auch im Vorfeld des Halbfinals zum Ausdruck kam: «Ihr werdet elf Hunde auf dem Feld sehen.»

Pavard ist der Ruhigere und der Begehrtere der beiden. Der in Lille ausgebildete Verteidiger spielt in Stuttgart im Abwehrzentrum und hat eine ganze Reihe von Bewunderern. Bayern München und Manchester City sollen um ihn werben. Bis auf Weiteres ist ihm das egal. Er denke derzeit nicht über den in den letzten Monaten zurückgelegten Weg nach. «Mir ist nicht ganz klar, was mit mir passiert», erzählt Pavard. «Ich befinde mich in einer Blase. Momentan denke ich nur daran, meinen Job zu tun und die WM zu gewinnen.»

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