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Die plötzliche Versöhnung mit Argentinien und Messi

Trotz dreier schwacher bis unbefriedigender Leistungen ist Argentinien so weit gekommen, wie es derzeit möglich ist: in die Achtelfinals.
Lionel Messi sei Dank: Argentinien hat sich nach dem Knorz in der Vorrunde mit seinem Captain und dessen Team versöhnt (Bild: KEYSTONE/AP/RICARDO MAZALAN)

Lionel Messi sei Dank: Argentinien hat sich nach dem Knorz in der Vorrunde mit seinem Captain und dessen Team versöhnt (Bild: KEYSTONE/AP/RICARDO MAZALAN)

(sda)

In der WM-Geschichte ist es nicht das erste Mal, dass der Motor des zweifachen Weltmeisters in der Gruppenphase gestottert hat. Nach seinem zweiten Weltmeistertitel im Jahr 1986 hat sich Argentinien in den Gruppenphasen der nachfolgenden Weltmeisterschaften selten etwas zuschulden kommen lassen.

In ihren fast makellosen Vorrunden 1998, 2006, 2010 und 2014 gaben die Südamerikaner in den insgesamt zwölf Spielen nur zwei Punkte ab, nämlich 2010 durch ein 0:0 gegen den nachmaligen Finalisten Niederlande. 1994 verloren sie gegen Bulgarien 0:2, kamen aber dank zwei Siegen problemlos weiter.

In Russland holte Argentinien aus den drei Spielen vier Punkte. Es ist die Punktzahl, mit der eine Mannschaft nur mit Glück weiterkommen kann, weil sie auf die Resultate anderer Spiele angewiesen ist. Hätte Island im Parallelspiel gegen Kroatien gewonnen, müsste sich Argentinien verabschieden.

Carlos Bilardo und Marcelo Bielsa, zwei Vorgänger des jetzigen Amtsinhabers Jorge Sampaoli, können ein Lied singen. Auch sie beendeten die Vorrunde jeweils mit nur vier Punkten. 1990 unter Bilardo erreichte die Mannschaft nur deshalb die K.o.-Runde, weil nach dem damaligen Modus auch die besten Gruppendritten weiterkamen. Danach liess sich Argentinien erst im Final - von Deutschland - stoppen. 2002 unter Bielsa reichten die vier Punkte nicht mehr, weil nur noch die besten zwei weiterkamen. Für Argentinien war es eine Blamage, sich hinter Schweden und England zu klassieren.

Star-Ensemble gegen Nobodys

Wer aus seinem Kader nur schon für den Sturm Leute wie Lionel Messi, Gonzalo Higuain, Sergio Agüero und Paulo Dybala nominieren kann, wer darüber hinaus über Spieler wie Angel Di Maria, Javier Mascherano oder Nicolas Otamendi verfügt, dürfte nicht auf eine Nation schauen müssen, die Alfred Finnbogason, Gylfi Sigurdsson und Birkir Bjarnason ihre Trümpfe nennt. Dennoch war es so.

Messi ist zurück

Ähnlich wie Portugal mit Cristiano Ronaldo wird Argentinien trotz der vielen weiteren Stars mit Lionel Messi identifiziert. Nach einer langen Saison mit Barcelona wirkte der Superstar in den Spielen gegen Island (1:1; Messi verschoss einen Penalty) und Kroatien (0:3) nicht frisch. Das frühe 1:0 beim 2:1-Sieg in St. Petersburg gegen Nigeria erzielte der kleine Mann in seinem 127. Länderspiel jedoch auf so zauberhafte Weise, wie fast nur er es kann. Der «Daily Mirror» titelte danach: «Welcome back, Messi.» Und schrieb weiter: «Wir hatten schon Angst, dich zu verlieren.» Mit etwas anderen Worten sagte «France Football» aus dem Land von Argentiniens erstem K.o.-Gegner das Gleiche: «Lionel Messi hat seine Weltmeisterschaft begonnen.»

Damit ist die Kritik von Daniel Bertoni aus Argentiniens Weltmeister-Mannschaft von 1978 verstummt. Er hatte vor dem entscheidenden Match gesagt: «Die Mannschaft macht nichts für Messi, aber er macht auch nichts für die Mannschaft.»

Alexandre Juillard, Fussballfachmann und Autor einer Biografie über Messi, ist auch nach Argentiniens Weiterkommen noch längst nicht von Messi überzeugt. Er sagte: «Argentinien hatte in der Geschichte immer richtige Anführer auf dem Platz. Leute, die überall auf dem Platz auftauchten und die man immer sah. Wie Daniel Passarella, Diego Maradona oder Roberto Ayala. Hier in Russland ist dieser Mann Javier Mascherano.» Also nicht Messi. Oder noch nicht.

Wie in vielen lateinischen Ländern liegen Enttäuschung und Begeisterung, vernichtende Kritik und überschwängliches Lob in Argentinien direkt nebeneinander. Für die Journalisten der Zeitung «La Nacion» war nach dem knappen und spät herausgeholten Sieg gegen Nigeria alles wieder in Ordnung. Mit Messi ist ein neuer Friede geschlossen, und das Blatt legte dem Superstar die Worte in den Mund: «Seid vorsichtig, hier bin ich, und jetzt ist alles möglich». Die Sportzeitung «Olé» zog mit: «So wollen wir dich sehen.» Niemand habe es mehr verdient als Messi, dass die WM für Argentinien noch nicht beendet sei.

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