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Diskussionen in Spanien und Portugal nach Abschluss der Vorrunde

Der packende Finish in der Gruppe B wird Fragen auf - zu Videoentscheiden, Cristiano Ronaldos allfälligem Bonus beim Schiedsrichter, aber primär auch zum Formstand der Spanier und Portugiesen.
Nach dem Ende der Vorrunde in der Gruppe B nicht frei von Kritik: Portugals Cristiano Ronaldo (Bild: KEYSTONE/EPA LUSA/PAULO NOVAIS)

Nach dem Ende der Vorrunde in der Gruppe B nicht frei von Kritik: Portugals Cristiano Ronaldo (Bild: KEYSTONE/EPA LUSA/PAULO NOVAIS)

(sda)

In Kaliningrad glich Spanien gegen Marokko spät zum 2:2 aus, wobei die Spanier den Eckball, der dem Ausgleich vorausging, von der falschen Seite schnell ausführten (und nicht zurückgepfiffen wurden). Gleich dreimal bemühte dagegen in Saransk bei Portugal - Iran (1:1) Paraguays Referee Enrique Caceres Videobilder. Dennoch wurde der Schiedsrichter am Ende zum Buhmann gestempelt. Irans Trainer Carlos Queiroz redete sich nach der Partie in Rage: «Es wird massenhaft Geld ausgegeben, damit fünf Leute in einem Büro sitzen und sich Szenen anschauen. Und dann sehen sie alle den Ellbogenschlag Ronaldos nicht.»

Für Queiroz stand ausser Frage, dass Ronaldo in der zweiten Halbzeit nach seiner Aktion gegen Morteza Pouraliganji die Rote Karte hätte sehen müssen. Der Schiedsrichter zeigte «CR7» nach Konsultation der Bilder aber nur gelb. Der Iran hätte gewinnen müssen, um entweder Spanien oder Portugal aus dem Turnier zu werfen. In der 93. Minute glich er aus, in der 96. Minute setzte Mehdi Taremi den «Matchball» ins Aussennetz. «Wenn es im Fussball Gerechtigkeit gäbe, und ich weiss, dass es die nicht gibt, dann hätte der Sieger nur Iran heissen können», lautete Queiroz' Schlusswort.

Nach den Spielen 35 und 36 dieser WM mehrten sich die kritischen Stimmen gegen das System «VAR» (Video Assistant Referees). Urs Meier, der einstige Schweizer Spitzenschiedsrichter, müsste die Innovation eigentlich mögen. Wäre ihm das System an der EM 2004 bei England - Portugal schon zur Verfügung gestanden, hätte es ihm Morddrohungen, 16'000 Protest-Mails aus England und eine Bombenziel-Markierung vor seinem Haus in Würenlos AG erspart. Meier sagt, dass die Schiedsrichter gut ins Turnier gestartet seien, dass zuletzt aber mehrmals bei wichtigen Szenen der Videobeweis «leider nicht eingesetzt» worden sei. Meier: «Das System ist willkürlich geworden.»

Die Sieger beschweren sich sicher nicht. «Gott schütze den Videobeweis», titelte die spanische Zeitung «As». Die Technik habe Spanien ein Unentschieden beschert. Und auch die Portugiesen waren zufrieden. «Hey! Wir sind weiter», rief Ronaldo den nicht gänzlich zufriedenen Journalisten zu. Es war eine der ersten Äusserungen Ronaldos an dieser WM.

Die Qualifikationen für die Achtelfinals lösten in Iberien keine Euphorie aus - weder in Spanien noch in Portugal. Der Trainerwechsel bei Spanien unmittelbar vor Turnierbeginn von Erfolgscoach Julen Lopetegui (wechselt zu Real Madrid) zum als Trainer nicht anerkannten Sportdirektor Fernando Hierro hat Spuren hinterlassen. «Wir müssen ehrlich sein: Das kann nicht der Weg sein», betonte Captain Sergio Ramos. Spanien liess gegen Portugal (3:3) und Marokko (2:2) fünf Gegentore zu und besiegte dazwischen den Iran nur glückhaft 1:0. Ramos: «Wenn wir an diesem Turnier etwas erreichen wollen, müssen wir ab sofort in der Defensive viel weniger zulassen. Denn vorne verfügen wir über das Potenzial, um besser zu spielen.»

In Portugal wird immerhin Zweckoptimismus verbreitet. «Wir lieben es zu leiden», schrieb die Zeitung «Expresso». Und weiter: «Zwischen einem von Ronaldo verschossenen Elfmeter, einem gleichzeitigen Entscheid der Videoassistenten in beiden Spielen der Gruppe B, einem von Iran verwandelten Penalty und einem Schuss ans Aussennetz kurz darauf, versagte fast unser Herzschlag.» Ausserdem wurde moniert, dass Portugal jetzt die «schlechte Tableauhälfte» an dieser WM drohe - im schlimmsten Fall mit den Gegnern Frankreich (Viertelfinal) und Deutschland oder Brasilien (Halbfinal) nach Uruguay (Achtelfinal).

Andererseits stellt für Portugal der verhaltene WM-Start ein positives Omen dar: Als die Portugiesen vor zwei Jahren an der EM ihren ersten grossen Titel holten, qualifizierten sie sich nur als Dritter der Vorrundengruppe nach Unentschieden gegen Island (1:1), Österreich (0:0) und Ungarn (3:3) für die Achtelfinals. «Wichtig ist nur, dass wir weitergekommen sind», sagte Trainer Fernando Santos. «Uruguay verfügt über herausragende Akteure. Alle Spieler sind exzellent. Aber das sind unsere auch. Wir wissen um unsere Waffen.»

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