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FIFA eröffnet Verfahren gegen Xhaka und Shaqiri

Am Tag nach den kontrovers diskutierten Jubel-Gesten von Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri im Spiel gegen Serbien leitet die FIFA gegen die beiden Schweizer ein Disziplinarverfahren ein.
Stein des Anstosses: Xherdan Shaqiri formt beim Torjubel mit seinen Händen den albanischen Doppeladler wie zuvor Granit Xhaka (Bild: KEYSTONE/EPA/MARTIN DIVISEK)

Stein des Anstosses: Xherdan Shaqiri formt beim Torjubel mit seinen Händen den albanischen Doppeladler wie zuvor Granit Xhaka (Bild: KEYSTONE/EPA/MARTIN DIVISEK)

(sda)

Am Samstagabend war die Debatte um den Doppeladler-Jubel von Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri aus dem Spiel gegen Serbien nicht mehr bloss an Stammtischen, in TV-Studios und in den (sozialen) Medien ein Thema, sondern auch bei der FIFA-Disziplinarkommission angekommen. Diese leitete ein Verfahren gegen die beiden Schweizer ein. Es wird geprüft, ob die Geste politisch motiviert war. Damit hätten Xhaka und Shaqiri gegen das FIFA-Reglement verstossen.

Noch bevor die Einleitung des Verfahrens offiziell wurde, hatte der Schweizer Nationalmannschaftsdelegierte Claudio Sulser ein Statement platziert, das Einblick gewährte in die allfällige Verteidigungsstrategie des SFV. «Der Jubel war eine spontane Reaktion. Es war eine sehr emotionale Affekthandlung, die nicht mit Wissen und Willen geschehen ist», so der Tessiner.

Sulser, selbst Anwalt und früher Mitglied der FIFA-Disziplinarkommission, geht wohl davon aus, dass der SFV gute Argumente zur Verteidigung der Spieler hätte, denn «es ist nicht schwarz oder weiss, sondern eine Interpretationsfrage». SFV-Generalsekretär Alex Miescher ergänzte: «Die Angst ist nicht sehr gross. Man müsste jetzt aber auch genau hinschauen, was sonst für Gesten kommen, wenn man dies ausdehnt auf Politisches und Religiöses. Das würde dann schnell ziemlich kompliziert.»

Versteckte Kritik an den Serben

Miescher distanziert sich zwar von politischen und religiösen Zeichen auf dem Fussballplatz, plädiert aber für Verständnis für die beiden Schweizer Nationalspieler mit Wurzeln im Kosovo. «Es gibt durchaus Momente von grosser Emotionalität, in denen wir als Funktionäre oder als Medien uns nicht vorstellen können, wie sich ein Spieler fühlt. Da war zum einen die sportliche Dramaturgie, und gegen Serbien war es ganz allgemein so, dass sich nicht nur die Schweiz fragen muss, wie eine Prise Politik auf den Rasen kommen konnte. Da hatte es einige Mitspieler.»

Die Serben fühlten sich zwar provoziert, einzelne ihrer Medien haben aber selber im Vorfeld nichts unternommen, politische Schärfe aus dem Fussballspiel zu nehmen. Ähnlich hatte sich der Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic schon unmittelbar nach dem Spiel geäussert, als er zu den Medien sagte: «Danke dafür, dass ihr Benzin ins Feuer gegossen habt.» Sulser sprach von einer «angespannten Atmosphäre auch durch die Pfiffe bei der Schweizer Hymne».

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