WM-Qualifikation 2022

Italien als Favorit, Nordirland als alter Bekannter

Die Schweiz bekommt es in der Qualifikation für die WM 2022 mit Italien, Nordirland, Bulgarien und Litauen zu tun. «Keine einfache, aber eine machbare Gruppe», befand Nationalcoach Vladimir Petkovic.

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Da gehts zur WM: Nationalcoach Vladimir Petkovic trifft mit der Schweizer Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation unter anderem auf Italien, wo er zwei Jahre bei Lazio Rom beschäftigt war
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Gute Erinnerungen haben die Schweizer Nordirland: Auf dem Weg zur letzten WM bezwang man die Briten im Playoff
Auch Ricardo Rodriguez spielt bei Torino in Italien
Besonders reizvoll ist das Duell mit Italien für Atalanta-Legionär Remo Freuler (re.)
«Keine einfache, aber eine machbare Gruppe», befand Petkovic
«Wir müssen uns überhaupt nicht verstecken», glaubt der Schweizer Captain Granit Xhaka (li., im Zweikampf mit dem Spanier Mikel Merino)

Da gehts zur WM: Nationalcoach Vladimir Petkovic trifft mit der Schweizer Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation unter anderem auf Italien, wo er zwei Jahre bei Lazio Rom beschäftigt war

KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI
(sda)

Mit dem vierfachen Weltmeister und südlichen Nachbarn bescherte die italienische Losfee Daniele De Rossi den Schweizern aus dem ersten Topf ein attraktives, aber schweres Los. Die Italiener, die auch an der verschobenen EM im kommenden Jahr Gruppengegner der Schweiz sind, gewannen zuletzt in der EM-Qualifikation sämtliche zehn Partien und erreichten in der Nations League das Final Four ohne Niederlage. Letztmals verlor die Squadra unter Trainer Roberto Mancini vor mehr als zwei Jahren in der Nations League gegen Portugal (0:1).

Die Qualifikation beginnt im nächsten März und endet ein Jahr später mit den K.o.-Spielen der Playoffs. Die zehn Gruppensieger qualifizieren sich direkt für die Endrunde, für die Gruppenzweiten bleiben über die Playoffs drei Tickets. Die Endrunde in Katar findet vom 21. November bis 18. Dezember 2022 statt.

«Wir sind gut genug, um mithalten zu können»

Einen zusätzlichen Reiz haben die Duelle mit Italien unter anderen für Nationalcoach Vladimir Petkovic wegen dessen Vergangenheit als Trainer von Lazio Rom sowie für die Serie-A-Legionäre Ricardo Rodriguez (Torino) und Remo Freuler (Atalanta Bergamo). Petkovic sagte in einer ersten Reaktion: «Die Italiener haben den Fussball im Blut, das spürt man in diesem Land jeden Tag. Jetzt haben sie eine junge Mannschaft, die in den letzten Jahren eine gute Entwicklung gemacht hat.»

Gegen kein anderes Land hat die Schweiz so viele Länderspiele bestritten wie gegen Italien (58). Die Bilanz von 8 Siegen, 22 Unentschieden und 28 Niederlagen spricht klar zugunsten Italiens. Doch nicht nur die Schweiz hat Respekt vor dem Nachbarn, auch umgekehrt. Für Roberto Mancini ist die Schweiz «eine der stärksten Mannschaften aus dem zweiten Topf. Sie hätte auch zum ersten gehören können.» Und trotz Aussenseiterposition rechnet sich der Schweizer Nationalcoach intakte Chancen aus: «Italien ist der Favorit, aber wir sind gut genug, um mithalten zu können.» Captain Granit Xhaka liess verlauten: «Wir müssen uns überhaupt nicht verstecken. Wir haben in den letzten Jahren bewiesen, dass wir gegen alle grossen Mannschaften punkten können.»

Ein alter Bekannter aus Topf 3

Aus den anderen Töpfen blieben der Schweiz mit Nordirland (statt Russland, Norwegen oder Tschechien), Bulgarien und Litauen (statt den entlegenen Aserbaidschan oder Kasachstan) die unangenehmsten Aufgaben aus sportlicher und reisetechnischer Sicht erspart. Zudem kam Petkovics Mannschaft um eine Sechsergruppe herum. Nordirland aus dem dritten Topf kennt die SFV-Auswahl noch vom zähen Playoff vor der WM 2018. Dank dem Penaltytreffer von Ricardo Rodriguez im Hinspiel in Belfast setzte sie sich vor drei Jahren mit dem Gesamtskore von 1:0 durch. «Sie haben sich in den letzten Jahren spielerisch gesteigert und geniessen einen grossen Rückhalt bei den Fans», lautete Petkovics Statement.

Auch Litauen ist Petkovic und diversen Nationalspielern aus früheren Begegnungen bekannt. Die Balten, die ihre Heimspiele auf Kunstrasen bestreiten, waren zu Petkovics Anfangszeit als Nationalcoach unterlegener Gegner der Schweiz in der Qualifikation für die EM 2016 (4:0 und 2:1).