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Tite: «Wir stehen unter massivem Druck»

Bei der Pressekonferenz des Rekordweltmeisters Brasilien interessieren sich die Kommentatoren aus Südamerika ausschliesslich für die Planungsdetails der «Seleção». Die Schweiz spielt keine Rolle.
Weiss um die Bedeutung des Startspiels gegen die Schweiz: Brasiliens Nationaltrainer Tite (Bild: KEYSTONE/EPA/SHAWN THEW)

Weiss um die Bedeutung des Startspiels gegen die Schweiz: Brasiliens Nationaltrainer Tite (Bild: KEYSTONE/EPA/SHAWN THEW)

(sda)

Das Selbstverständnis kommt nicht von ungefähr. Daran änderte das 1:7-Debakel gegen Deutschland beim Turnier im eigenen Land vor vier Jahren nichts. Für die stolze Confedereção Brasileira de Futebol sind die eigenen Zahlen und imposanten Fakten relevant: Seit einem 1:1-Remis gegen Schweden 1978 büsste die Verbandsauswahl beim WM-Auftakt keinen Punkt mehr ein, zu Beginn des FIFA-Turniers verlor sie vor 84 Jahren letztmals - und von den letzten 36 WM-Gruppenspielen verlor sie nur eines.

Kein anderes Team rund um den Globus kommt auf mehr als 70 Siege an Weltmeisterschaften. Die Listen der Ikonen sind nahezu endlos. Entsprechend lasten seit dem letzten Titelgewinn (2002) turmhohe Erwartungen auf den potenziellen Nachfolgern der Goldenen Generationen. «Wir stehen unter massivem Druck, die ganze Welt schaut auf unsere Mannschaft», stellt der populäre Coach Tite am Abend vor der Begegnung mit dem Schweizer Aussenseiter nicht in Abrede.

Und einer bekommt die Erwartungshaltung noch etwas dezidierter zu spüren als die übrigen Stars: Neymar jr. Der 26-jährige Superstar von Paris Saint-Germain, für welchen die katarischen PSG-Besitzer im letzten Sommer alle bisherigen Transferrekorde pulverisierten und dem FC Barcelona 222 Millionen Euro überwiesen.

Stephan Lichtsteiner stellte ihn auf eine Ebene mit dem fünffachen Weltfussballer Cristiano Ronaldo. Ein paar Stunden später bestätigte Reals Koryphäe Marcelo die Einschätzung des künftigen Arsenal-Professionals ohne das geringste Zögern: «Dem stimme ich zu. Im Moment sind die beiden die besten Spieler der Welt.» Tite dämmt den nächsten Hype um den lange verletzten Spielmacher indes im gleichen Atemzug: «Neymar ist noch nicht bei 100 Prozent.»

Neymar wird selbstredend auflaufen, aber nicht als Captain. Marcelo, der unkonventionelle Aussenverteidiger aus Madrid, führt den mit Leadern aus sämtlichen europäischen Topklubs bestückten Titelkandidaten am Sonntag in die Rostow-Arena. Tite will die Verantwortung verteilen. Der charismatische Selektionär redet mit Inbrunst von Respekt und «einer grossen Familie, die wir aufgebaut haben».

Und Tite forderte die zahllosen Experten und Fans in der Heimat auf, nicht jede brasilianische Nationalmannschaft, die ohne Trophäe zurückkehrt, mit Häme und Spott zu übergiessen. «Wir arbeiten jedes Jahr hart und zeigen Leistung. Manchmal passen die Ergebnisse aber nicht zum Aufwand.» Ein Fehltritt genüge nicht, das gesamte Bild zu trüben, so der frühere Klub-Weltmeister.

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