Für einen Abend nach Griechenland

Die Bibliothek Büelen und das Wirteehepaar Vreni und Stefano Cutolo vom Restaurant Germen führten einen kulinarischen Leseabend durch. Nach dem Apéro unter freiem Himmel wurden die Gäste in den Schauraum des Brockenhauses gebeten.

Karin Frei
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Die Bibliothek Büelen und das Wirteehepaar Vreni und Stefano Cutolo vom Restaurant Germen führten einen kulinarischen Leseabend durch.

Nach dem Apéro unter freiem Himmel wurden die Gäste in den Schauraum des Brockenhauses gebeten. Dieses Ambiente bot dem kulinarischen Leseabend eine eigenwillige, originelle Kulisse. Die festlich gedeckten Tische in Blau-weiss waren bis auf den letzten Platz besetzt. Sogar vier Hotelgäste aus dem Wallis hatten sich spontan angeschlossen.

Und schon ging die Reise los: Bibliotheksleiterin Karin Frei suggerierte den Gästen in ihrer Begrüssung Meeresrauschen in den Ohren und Sonne auf der Haut und meinte, jetzt seien alle reif für die Insel, eine griechische Insel. Vreni Cutolo erklärte, was im Laufe des Abends alles auf den Teller kam. Wie jedes Jahr hatte sich Vreni Cutolo intensiv mit der landestypischen Küche auseinandergesetzt. Hilfe hatte sie dabei von Kyriakos Panagiotidis und Lydia van Winden. In seinen Lesungen berücksichtigte Heinz Schmuki sowohl Sagen aus der Antike, wie auch zeitgenössische Texte. Die Sage von Orpheus und Eurydike mit unbekanntem Autor führte die Zuschauer ganz zurück in die Anfänge der griechischen Kultur. Der zweite Text erzählte die kretische Geschichte der Frauen der Familie Ftenoudos, die unbeirrt auf die Liebe warten, aber an den herrschenden gesellschaftlichen Konventionen scheitern. Kosta Athanasopoulos zeigt in seinen Texten einen deutlich differenzierteren Blick auf die Hellenen. In satirisch-überspitzter Form schildert der Autor das Dorf Epitalio, den Geburtsort seiner Eltern auf dem Peloponnes.

War die Stimmung zu Beginn des Abends noch etwas schweizerisch-zurückhaltend, kam man sich bald wie in einer griechischen Taverne vor, mit lautem Schwatzen, Gelächter und der typischen Musik. Die zwei griechischen Musiker, extra aus Zürich und Deutschland angereist, schafften es innert Kürze, die Stimmung anzuheizen und die Gäste mit ihrer Musik mitzureissen. Hätte nicht viel gefehlt und es wäre getanzt worden. Wie einer der Gäste so treffend sagte: Dieser Abend war nicht einfach eine Lesung mit Musik, dieser Abend wurde gelebt.